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Über 100 Welt- und Europameisterschaften stehen an
Spannung geht auch in einem Übergangs-Jahr

 Martina Voss-Tecklenburg (Mitte), die neue Bundestrainerin der deutschen Fußballfrauen, steht bei der WM in Frankreich direkt im Blickfeld.
Martina Voss-Tecklenburg (Mitte), die neue Bundestrainerin der deutschen Fußballfrauen, steht bei der WM in Frankreich direkt im Blickfeld. FOTO: dpa / Arne Dedert
Köln. Knapp 60 Weltmeisterschaften und mehr als 40 Europameisterschaften werden das olympiafreie Sportjahr 2019 prägen.

Keine Olympischen Spiele – egal. Keine Fußball-WM oder Fußball-EM – macht nichts. Jogis Jungs sowie rund 60 Welt- und mehr als 30 Europameisterschaften sorgen 2019 dafür, dass die Sportfans auch im sogenannten Zwischenjahr nicht aus dem Rhythmus kommen. Besonders die deutsche Fußball-Nationalmannschaft steht neun Monate nach dem WM-Desaster in Russland im Blickpunkt. Das Stichwort heißt: Wiedergutmachung.

Am 24. März geht es für die Mannschaft im ersten Spiel der Qualifikation für die paneuropäische EM 2020 zum Nachbarn Niederlande. Ein harter Brocken, war es doch schließlich Oranje, das in der Nations League mitverantwortlich für den deutschen Abstieg war. Joachim Löw räumte rückblickend ein: „2018 waren wir bei allen Wettbewerben nur Statisten.“ Mit Blick in die Zukunft aber sagte der Bundestrainer: „Ich glaube, wir haben unsere Lehren gezogen und können uns auf das nächste und übernächste Jahr wieder freuen.“ Daran wird sich Löw spätestens am 19. November messen lassen müssen, wenn gegen Nordirland das letzte der acht Quali-Spiele absolviert sein wird.

Wie für Löw und seine Männer geht es nach der miserablen EM 2017 auch für die deutschen Frauen um die Rückkehr in die Weltspitze. Unter der Führung der neuen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg soll es bei der Fußball-WM im Sommer in Frankreich weit gehen. „MVT“ hatte Ende November den Stab von Horst Hrubesch übernommen. Ziel ist der dritte WM-Titel nach 2003 und 2007 – und die Saarländerinnen Dzsenifer Marozsan (Olympique Lyon) und Lena Lattwein (TSG Hoffenheim) könnten eine Hauptrolle dabei spielen.



In einem weiteren Winter-Märchen wollen die Handballer schon in diesem Januar bei der Heim-WM den vierten WM-Triumph feiern und wie 2007 Begeisterung im Land auslösen. Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop trägt ihre Heimspiele in der Gruppenphase in Berlin aus, im Falle des Hauptrundeneinzugs ginge es nach Köln. „Wir haben ein gutes Gefühl“, sagte Prokop. Im Auftaktspiel erwartet die deutsche Auswahl am 10. Januar das vereinte Team aus Korea. Weitere Vorrundengegner sind Brasilien, Russland, Titelverteidiger Frankreich und Serbien.

Bevor die großen Winter-Höhepunkte wie die Weltmeisterschaften der Alpinen (5. bis 17. Februar) im schwedischen Are, der Nordischen (19. Februar bis 3. März) in Seefeld und der Biathleten (6. bis 17. März) in Östersund/Schweden anstehen, greift auch Angelique Kerber wieder zum Tennisschläger. Drei Jahre nach ihrem ersten Grand-Slam-Triumph in Melbourne will Deutschlands Sportlerin des Jahres das nächste Erfolgskapitel schreiben. Das gilt auch für Alexander Zverev, der nach seinem Sieg beim ATP-Finale endlich auch auf der großen Grand-Slam-Bühne glänzen will.

Während Deutschlands Sportler des Jahres, Triathlon-Weltmeister Patrick Lange, im Oktober sein Hawaii-Triple vollenden will – dann möglicherweise in einem epischen Duell mit dem zweimaligen Sieger Jan Frodeno (LAZ Saarbrücken) –, steht für die Mannschaft des Jahres Turnier eins nach dem olympischen Silber-Coup von Pyeongchang an. Bei der WM im Mai in der Slowakei soll das Konzept „Powerplay 2026“ unterfüttert werden, mit dem das deutsche Eishockey den Anschluss an die Weltspitze schaffen möchte. Und das mit einem neuen Mann hinter der Bande: Toni Söderholm, 40 Jahre, Finne, Nachfolger von Bundestrainer Marco Sturm.

Sebastian Vettel unternimmt ab dem 17. März in Melbourne einen erneuten Versuch, die Vorherrschaft von Mercedes-Star Lewis Hamilton zu brechen und Ferrari endlich wieder einen WM-Titel zu bescheren. Um WM-Titel geht es für die Schwimmer im Juli in Südkorea. Die Leichtathleten um die saarländische Sprinterin Laura Müller und die Mehrkämpfer Luca Wieland und Louisa Grauvogel müssen ungewohnt spät Ende September in Doha/Katar ran. Die Basketballer um NBA-Star Dennis Schröder wollen bei der WM ebenfalls im September in China ein gutes Bild abgeben.

Das will auch das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf seiner Session am 23. Juni in Lausanne. Dort soll der Gastgeber der Winterspiele 2026 gewählt werden. Allerdings gibt es nach den Absagen von Sion, Graz, Sapporo und Calgary nur noch zwei Bewerber: Mailand mit Cortina d’Ampezzo sowie Stockholm. Auch den Schweden droht allerdings noch das Aus, der Stadtrat hat sich gegen eine Bewerbung ausgesprochen. Es könnte also eine einseitige Angelegenheit werden für das IOC und Chef Thomas Bach.