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Turnen
In Cottbus geht’s um Olympia

Cottbus. Der Turn-Weltcup erfährt wegen einer Neuerung eine Rekordbeteiligung. dpa

Nur vier Tage nach dem Gewinn der Swiss Cups sind Elisabeth Seitz und Marcel Nguyen schon wieder heiß auf die nächsten Siege – diesmal beim Weltcup der Turner in Cottbus. Das altehrwürdige Turnier der Meister erlebt ab diesem Donnerstag bei seiner 43. Auflage ein Novum: Erstmals geht es in der Lausitz um Punkte für die Olympia-Qualifikation. Daher stehen Top-Turner aus fast 50 Nationen in den Meldelisten und sorgen für eine Rekordbeteiligung.

Cottbus ist der Auftakt einer bis ins Frühjahr 2020 andauernden Serie von acht Weltcup-Turnieren, über die sich die besten Spezialisten an den einzelnen Geräten Tickets für die Sommerspiele in Tokio sichern können. In die Wertung kommen allerdings nur die drei besten Resultate jedes Sportlers. Hintergrund der Neuregelung ist die Reduzierung der Riegenstärke auf nur noch vier statt bisher fünf Turner bei Olympia. Dadurch wird der Spielraum vergrößert, über Weltcups und Kontinental-Meisterschaften mehr Einzelplätze an kleinere Turn-Nationen vergeben zu können.

Doch das unübersichtliche Regelwerk, das der Weltverband auf 24 Seiten formulierte, lässt auch zu, dass sich Top-Nationen bis zu zwei zusätzliche Tickets neben den vier Team-Fahrkarten sichern. „Wir haben uns ein Konzept erarbeitet, wie wir mit diesem neuen Modus umgehen“, sagt Frauen-Cheftrainerin Ulla Koch: „Erste Priorität hat für uns weiter das Team. Wir wollen dieses Ticket bei der Weltmeisterschaft in Stuttgart holen.“



Parallel dazu erhält aber jede der deutschen Top-Turnerinnen über die Weltcups die Chance, möglichst viele Punkte zu erkämpfen, um im Fall des Verpassens der Team-Qualifikation für Tokio Alternativen zu haben. Für die deutschen Teams wurden interne Ranglisten an den Einzelgeräten erstellt, so sind aus der Frauen-Riege die jeweils besten zwei Turnerinnen an jedem Gerät schon in Cottbus dabei. „Bei den Weltcups in Baku und Doha erhalten alle eine weitere Chance, Punkte zu sammeln“, erklärte Koch. WM-Bronze-Gewinnerin Elisabeth Seitz startet in der Lausitz-Arena an ihrem Spezialgerät Stufenbarren, WM-Finalist Lukas Dauser nur am Barren.

Erst nach der Heim-WM in Stuttgart im Oktober 2019 werde man das Konzept dann präzisieren. Denn einen Haken hat das Reglement. Einzelplätze können im Fall der Riegen-Qualifikation für Tokio nur Turner und Turnerinnen holen, die nicht bei den Weltmeisterschaften in Doha und Stuttgart geturnt haben. „Wir müssen auch Vorsorge treffen, dass sich vielleicht eine Turnerin verletzt und nicht für die vier Plätze in der deutschen Olympia-Riege qualifiziert“, räumte Koch ein.