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Tischtennis-Weltcup in Paris
Erst die Nummer eins der Welt stoppt Bolls Siegeszug

Timo Boll musste sich in Paris nur dem Chinesen Fang Zhendong geschlagen geben.
Timo Boll musste sich in Paris nur dem Chinesen Fang Zhendong geschlagen geben. FOTO: dpa / Chen Yichen
Paris. Tischtennis-Nationalspieler wird Zweiter beim Weltcup.

„Oldie“ Timo Boll hat beim Weltcup im Pariser Kinderparadies Disneyland einmal mehr in Jungspund-Manier aufgetrumpft. Durch Silber stieg der 37-Jährige zum ältesten Finalisten und erfolgreichsten Medaillensammler in der fast 40-jährigen Geschichte des drittwichtigsten Wettbewerbs nach Olympia- und WM-Turnieren auf. Den dritten Weltcup-Triumph des Düsseldorfer Europameisters seit 2002 verhinderte der chinesische Weltranglistenerste Fan Zhendong im Endspiel durch ein 4:1. Zuvor hatte Boll im Halbfinale als Neuauflage des Endspiels von 2017 gegen Dimitrij Ovtcharov (Hameln) mit 4:2 die Hoffnungen seines Nationalmannschafts-Kollegen auf eine Titelverteidigung durchkreuzt.

„Noch einmal das Finale erreicht zu haben, ist eine tolle Sache“, bilanzierte Boll trotz des verlorenen Duells mit Fan um die 60 000 Dollar Siegprämie sichtlich zufrieden und trauerte der Chance auf die Wiederholung seiner Titelgewinne von 2002 und 2005 nicht nach: „Fan war einfach zu stark, auch wenn ich alles gegeben habe.“

Für den Weltranglistendritten bedeutete der vierte Erfolg über Ovtcharov im laufenden Jahr nacheinander den achten Podestplatz beim Eliteturnier in 16 Jahren. Durch seinen sechsten Einzug in ein Weltcupfinale stellte Boll zudem den Rekord des Chinesen Wang Hao ein. Dafür musste der deutsche Rekordmeister im Prestigeduell mit dem Weltranglistenvierten Ovtcharov eine Topleistung zeigen. „Es war erwartet eng. Wir kennen uns in- und auswendig“, sagte Boll nach seinem Matchball zum 12:14, 11:7, 15:13, 9:11, 13:11, 11:5.



Auch Ovtcharov reiste nach seiner langen Verletzungspause im Sommer ungeachtet der Niederlage im Spiel um Bronze (1:4 gegen den Chinesen Lin Gaoyuan) mit positiven Gefühlen aus der französischen Metropole ab. Selbstvertrauen zog der 30-Jährige auch aus seinem Viertelfinale gegen den Weltranglistensiebten Lee Sangsu (Südkorea/4:3): „Das war endlich wieder der alte Dima.“