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Tennisstar überrascht
Paukenschlag: Kerber trennt sich von Trainer Fissette

Früher unzertrennlich – nun gehen Angelique Kerber und Wim Fissette getrennte Wege
Früher unzertrennlich – nun gehen Angelique Kerber und Wim Fissette getrennte Wege FOTO: dpa / Steven Paston
Köln. Angelique Kerber war gerade in Singapur gelandet, als ihr Management mit wenigen dünnen Zeilen in der Heimat Überraschendes verkündete. Nach nur einem Jahr Zusammenarbeit hat sich Kerber von ihrem Trainer Wim Fissette getrennt. dpa

Von dem Mann, der sie nach ihrem Seuchenjahr 2017 wieder zurück zum Erfolg geführt hatte, mit dem sie im Sommer Wimbledon gewann und mit dem sie sich wieder in den Top 3 der Weltrangliste etablierte.

„Trotz der erfolgreichen Zusammenarbeit seit Beginn der Saison wurde dieser Schritt aufgrund von unterschiedlichen Auffassungen bzgl. der zukünftigen Ausrichtung erforderlich“, heißt es in dem Statement. Über einen Nachfolger soll erst nach dem am Sonntag beginnenden WTA-Finale in Singapur entschieden werden. Kandidaten gibt es einige, selbst der Name Boris Becker geisterte kurz nach Bekanntwerden der Trennung durch das Netz.

Viel Zeit bleibt nicht, immerhin beginnt Ende November nach einer kurzen Pause im Anschluss an das WTA-Finale (bis 28. Oktober) die Vorbereitung auf 2019. Barbara Rittner, Head of Women‘s Tennis im Deutschen Tennis Bund (DTB) und seit vielen Jahren eine enge Vertraute von Kerber, sieht allerdings keinen Zeitdruck. „Angie braucht jetzt ihre ganze Energie für den Endspurt einer super Saison“, sagte Rittner.



Im November 2017 hatte Fissette die Nachfolge von Torben Beltz angetreten, und schon auf der Australien-Tour im Januar war Kerber wie ausgewechselt. Beim Hopman-Cup in Perth gewann sie alle vier Einzel, anschließend beim WTA-Turnier in Sydney den Titel, bei den Australian Open schaffte sie es ins Halbfinale.

Kerbers Spiel blieb beständig, auf der US-Frühjahrs-Tour ebenso wie in der europäischen Sandplatz-Saison mit den French Open, bei denen sie im Viertelfinale nach furiosem Start der Weltranglistenersten Simona Halep in drei Sätzen unterlag.

Doch der Höhepunkt stand erst noch bevor, in Wimbledon verdarb sie Serena Williams im Finale das Comeback. 6:3, 6:3 fertigte Kerber ihre Gegnerin ab und holte als erste Deutsche seit Steffi Graf 1996 die berühmte Rosewater Dish. Danach allerdings zeigte die Formkurve wieder nach unten. Bei den US Open war die dritte Runde Endstation.

Nach dem Wimbledonsieg hatte Fissette überschwänglich seinen Stolz und seine Freude in die Welt getwittert. Kerber habe „unglaublich hart gearbeitet, um dieses Ziel zu erreichen, wieder und wieder, mit einer positiven Einstellung.“

Noch vor wenigen Tagen wurde Fissette vom Magazin der Süddeutschen Zeitung mit den Worten zitiert: „Angie braucht keine Motivation, sie braucht Vertrauen.“ Das nun offenbar so erschüttert ist, dass das Team Kerber/Fissette nicht mal mehr die allerletzte Woche eines langen Tennisjahres gemeinsam bestreiten kann.