| 20:34 Uhr

Tennis
Die Siegesserie des „Djokers“ reißt in Paris

Nach 22 Siegen in Folge musste Novak Djokovic (r.) im Endspiel von Paris wieder einmal dem Gegner gratulieren: Karen Chatschanow triumphierte.
Nach 22 Siegen in Folge musste Novak Djokovic (r.) im Endspiel von Paris wieder einmal dem Gegner gratulieren: Karen Chatschanow triumphierte. FOTO: AP / Michel Euler
Paris. Russe Chatschanow triumphiert im Endspiel des Tennisturniers mit 7:5, 6:4. Federer sagt Turnierteilnahme in Saudi-Arabien ab. sid

Die Siegesserie des 14-maligen Grand-Slam-Siegers Novak Djokovic ist im Finale des ATP-Masters in Paris gerissen. Der 31 Jahre alte Serbe, der am heutigen Montag Rafael Nadal (Spanien) an der Spitze der Weltrangliste ablöst, unterlag dem Russen Karen Chatschanow nach 1:38 Stunden 5:7, 4:6. Zuvor hatte Djokovic 22 Spiele in Folge gewonnen – dabei auch die US Open.

Djokovic unterliefen gegen Chatschanow (22) deutlich mehr Fehler als bei seinem Sieg im hochklassigen Halbfinale. Am Samstag hatte er Roger Federer aus der Schweiz nach 3:02 Stunden mit 7:6 (8:6), 5:7 und 7:6 (7:3) niedergerungen. Anschließend bezeichnete Djokovic die Partie als „das wahrscheinlich spektakulärste Match, das ich in diesem Jahr gespielt habe“.

Chatschanow, der im Viertelfinale dem angeschlagenen Hamburger Alexander Zverev (Rückenprobleme) keine Chance gelassen hatte, holte sich seinen vierten Titel auf der Profitour und seinen bislang bedeutendsten, für den er eine Million Euro Preisgeld erhielt. Chatschanow wird ab heute auf Platz elf der Weltrangliste und damit so hoch wie nie zuvor geführt. „Er hat sich den Sieg absolut verdient“, sagte Djokovic: „Er hat heute bewiesen, warum wir in Zukunft noch viel von ihm sehen werden.“ Chatschanow sagte: Das bedeutet alles für mich. Ich könnte nicht glücklicher mit meinem Saisonende sein.“



Derweil hat sich Roger Federer im Gegensatz zu Djokovic und Rafael Nadal gegen einen Schaukampf in der saudi-arabischen Stadt Dschidda entschieden. „Es gab eine Anfrage“, sagte Federer nach seiner Halbfinal-Niederlage gegen Djokovic: „Aber ich wollte nicht dort spielen.“ Zu den Gründen seiner Absage äußerte sich der 37-jährige Schweizer nicht: „Ich ziehe es einfach vor, in der Zeit andere Dinge zu tun.“

Das Match um den „King Salman Tennis Cup“ soll am 22. Dezember stattfinden. Nach der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul ist die Zusage von Nadal und Djokovic sehr umstritten. Nadal erklärte, derzeit werde die neue Situation von seinen Beratern bewertet: „Dann werden wir gemeinsam nach Lösungen suchen.“ Djokovic setzte dagegen einen heftig kritisierten Tweet ab: „Ich freue mich darauf, dieses schöne Land zu besuchen und dort zu spielen. Danke für die Einladung.“