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Fußball-Bundesliga
Supercup-Pleite für Frankfurt "ein Schuss vor den Bug"

Bislang verlief die Saisonvorbereitung für den neuen Frankfurter Trainer Adi Hütter so gar nicht nach Plan. 
Bislang verlief die Saisonvorbereitung für den neuen Frankfurter Trainer Adi Hütter so gar nicht nach Plan.  FOTO: dpa / Anthony Anex
Frankfurt/Main. Für Eintracht Frankfurt sollte die herbe Niederlage im Supercup gegen Bayern München ein Warnschuss gewesen sein. Viel Arbeit für Trainer Adi Hütter.

Adi Hütter verließ die Frankfurter Arena am späten Sonntagabend grübelnd und mit einigen Problemen mehr im Rucksack. Zwei Wochen vor dem Start der Fußball-Bundesliga bekam der neue Eintracht-Trainer schonungslos aufgezeigt, dass dem DFB-Pokalsieger eine schwierige Saison bevorsteht. „Uns hat der Mut gefehlt“, analysierte der Österreicher nach dem herben 0:5 (0:2) im Supercup gegen Bayern München. Und nicht nur das.

Allein in den ersten 20 Minuten hatten die Frankfurter eine halbwegs ansprechende Leistung gezeigt. Wohl aber vor allem, weil die Bayern ein wenig Zeit brauchten, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Danach - Robert Lewandowski (21. und 26.) hatte den Rekordmeister nach 26 Minuten schon 2:0 in Führung gebracht - brach die Eintracht auseinander. Noch einmal der polnische Stürmerstar (54.), Kingsley Coman (63.) und Thiago (85.) hatten bei ihren Toren wenig Mühe.

„Am Anfang waren wir sehr gut, dann hatten wir nichts mehr entgegenzusetzen“, sagte Mittelfeldspieler Jonathan de Guzman: „Natürlich sind wir sehr enttäuscht. Aber wir sind ein Team und müssen als Team an unseren Schwächen arbeiten.“



Die Frankfurter hatten aber auch Pech, als der Unparteiische Marco Fritz (Korb) Mats Hummels nach einer Notbremse gegen Mijat Gacinovic (45.) nur verwarnte. Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich bewertete die Szene eindeutig: „Wenn der Schiedsrichter hier nur Gelb zeigt, dann ist der Video-Assistent normalerweise bei diesem klaren Sachverhalt gefordert, dem Schiedsrichter mitzuteilen, dass das Bildmaterial für einen Feldverweis spricht.“

Dennoch: Die Vertragsverlängerung mit dem kroatischen WM-Star Ante Rebic am vergangenen Freitag täuschte nur kurzzeitig darüber hinweg, dass der Pokalsieger im Sommer nicht nur Erfolgstrainer Niko Kovac, der bei seiner Rückkehr am Sonntag als Bayern-Coach sogar mit ein wenig Applaus bedacht worden war, sondern gleich mehrere Stützen der Mannschaft verloren hat.

Die Abgänge von Torwart Lukas Hradecky (Bayer Leverkusen), Kevin-Prince Boateng (Sassuolo Calcio) und Marius Wolf (Borussia Dortmund) konnten noch nicht kompensiert werden. Hradecky-Nachfolger Frederik Rönnow, gekommen von Bröndby IF, leistete sich im Supercup mehrere kleine Unsicherheiten und beim zweiten Lewandowski-Tor einen groben Fehler.

„So hat er sich sein Debüt nicht vorgestellt“, sagte Abwehrspieler Danny da Costa, der den 26 Jahre alten Keeper aber sogleich in Schutz nahm: „Er hat trotzdem ein ordentliches Spiel gemacht. Ich glaube, das wird er gut wegstecken können.“ Hütter schlug in die gleiche Kerbe: „Er ist ein Torwart mit Talent, auf den wir uns verlassen können und dem wir vertrauen.“

Bereits am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) steht für den Titelverteidiger in der ersten DFB-Pokalrunde die Partie beim Regionalligisten SSV Ulm an. „Ich bin davon überzeugt, dass wir uns steigern und ein anderes Gesicht zeigen werden. Die Bayern sind nicht unser Gradmesser“, sagte Hütter: „Ich werde klare Worte finden. Aber ich werde nicht draufhauen, sondern die Probleme ansprechen, wie es sich gehört. Vielleicht war es der richtige Zeitpunkt für einen Schuss vor den Bug.“