| 21:20 Uhr

Knapper Heimsieg im Spitzenspiel
Flensburg dominiert die Bundesliga

Während es Magdeburgs Zeljko Musa (in Weiß) nicht fassen kann, feiern die Spieler der SG Flensburg-Handewitt ihren knappen Erfolg im Spitzenspiel – und den Startrekord von elf Bundesliga-Siegen in Folge.
Während es Magdeburgs Zeljko Musa (in Weiß) nicht fassen kann, feiern die Spieler der SG Flensburg-Handewitt ihren knappen Erfolg im Spitzenspiel – und den Startrekord von elf Bundesliga-Siegen in Folge. FOTO: dpa / Axel Heimken
Flensburg. Elf Spiele, elf Siege: Die SG stellt einen Startrekord auf und blickt saisonübergreifend sogar auf 19 Erfolge in Serie zurück. sid

Als der letzte Magdeburger Torwurf in der Schlusssekunde an den Pfosten klatschte, mutierte die Flens-Arena vollends zum Tollhaus. Die Spieler hüpften ausgelassen über das Parkett, auf den Tribünen lagen sich die Fans in den Armen. Mit dem 26:25 (14:11)-Erfolg gegen Verfolger SC Magdeburg gewann die SG Flensburg-Handewitt am Donnerstagabend nicht bloß das Bundesliga-Spitzenspiel, der Meister unterstrich mit dem elften Sieg im elften Spiel eindrucksvoll seine Ambitionen. Sowohl Magdeburg (20:4) als auch Rekord-Champion THW Kiel (18:4) haben schon vier Minuspunkte mehr auf dem Konto als der Meister, der dank seines Saisonstartrekordes auch Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen (17:3) weiter auf Distanz hält.

Trotz des tiefgreifenden personellen Umbruchs im Sommer sind die Nordlichter für viele überraschend nach einem Drittel der Saison der Top-Anwärter auf den Titel. „Es sind erst elf Spiele gespielt“, beschwichtigte SG-Trainer Maik Machulla, räumte aber ein, dass der Platz an der Spitze Sicherheit und Selbstvertrauen gebe. Kapitän Tobias Karlsson versicherte: „Wir versuchen, auf dem Boden zu bleiben. Für uns ist es wichtig, den Fokus die ganze Zeit auf unserer Leistung zu haben und nicht auf etwas anderes.“

Dies gelingt in der Liga bislang vorzüglich. Immer wenn es eng wird, sind die Flensburger auf der Höhe. Fünf Siege mit einem Tor Differenz sprechen für eine enorme Nervenstärke und Killerinstinkt. Hinzu kommt eine bärenstarke Defensive um Abwehrchef Karlsson und Torwart Benjamin Buric. „Ich glaube aber, dass wir uns noch weiter verbessern können“, sagte Routinier Karlsson nach dem Magdeburg-Spiel. Im Pokal hatte Flensburg an gleicher Stätte noch gegen den SCM verloren. „Man hat sofort gemerkt, dass die SG etwas gutmachen wollte“, sagte Magdeburg-Trainer Bennet Wiegert.



Die bis dato letzte Bundesliga-Niederlage der Flensburger, die sich den letztjährigen Meistertitel dank eines famosen Schlussspurts gesichert hatten, datiert vom 22. März. Seitdem gab es 19 Siege – eine Serie, die der SG im Sommer kaum jemand zugetraut hatte.

Während Rekordmeister THW Kiel und Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen in den Umfragen vor der Saison zu den großen Favoriten gekürt wurden, werkelte SG-Coach Machulla (Geschäftsführer Dierk Schmäschke: „Seine Arbeit ist beeindruckend“) im Stillen an der Fortsetzung des Flensburger Handball-Hochs. Anstatt nach den prominenten Abgängen von Spielmacher Thomas Mogensen, Weltklasse-Keeper Mattias Andersson oder Jacob Heinl zu hadern, wurde das Team konsequent verjüngt und das Durchschnittsalter auf einen Schlag um fast fünf Jahre gesenkt. Machulla, der als Nachfolger der Flensburg-Ikone Ljubomir Vranjes auf Anhieb den Titel holte, der seinem Vorgänger in elf Jahren bei der SG verwehrt geblieben war, trifft dabei ganz offensichtlich den Ton.

Der wird in der Hauptstadt fortan sicherlich ein bisschen rauer. Denn mit der 25:30 (12:17)-Heimniederlage gegen den TVB Stuttgart, der vierten Pleite in der noch jungen Saison, verabschiedeten sich die von Verletzungen gebeutelten Füchse Berlin wohl schon aus dem Titelrennen.