| 22:50 Uhr

WM-Qualifikation
Serbien zittert, Bale trauert

Belgrad/Cardiff. Wales verpasst nach der 0:1-Niederlage gegen Irland die WM-Teilnahme in Russland.

() „Die Adler fliegen nach Russland“, titelte die serbische Sportzeitung Sportski Zurnal nach dem 1:0 (0:0)-Zittersieg gegen Georgien. Anders als vor acht Jahren, als nach der erfolgreichen Qualifikation für Südafrika das ganze Land kopf stand, mischte sich diesmal Skepsis in den Jubel. „Wir haben nicht geglänzt“, schrieb die Tageszeitung Vecernje Novosti, „aber jetzt strahlen wir.“ Nach der 2:3-Pleite in Wien gegen Österreich überzeugten die Serben auch gegen den Außenseiter Georgien nicht. Der Siegtorschütze Aleksandar Prijovic war dennoch überwältigt: „Von solchen Momenten habe ich als Kind geträumt.“ Der 27-Jährige gebürtige Schweizer, der in den Nachwuchsmannschaften noch für die Eidgenossen gespielt hatte, erzielte sein erstes Tor für das Heimatland seiner Eltern und schoss Serbien damit zur WM. „Ich konnte mir meinen Geburtsort nicht aussuchen, aber ich bin zu 100 Prozent Serbe“, sagte er.

In Cardiff dagegen vergrub Gareth Bale das Gesicht tief in den Händen. Der verletzte walisische Superstar musste auf der Tribüne in seiner Geburtsstadt tatenlos mit ansehen, wie sein Traum von der ersten WM-Teilnahme platzte. Der Schock über das WM-Aus nach dem 0:1 (0:0) seiner Waliser gegen Irland war dem 100-Millionen-Euro-Mann deutlich anzusehen. „Für Gareth Bale war es herzzerreißend. Er wird 2018 nicht in Russland dabei sein“, schrieb das britische Massenblatt The Sun: „Der walisische Drache spuckt diesmal kein Feuer.“ Dabei hätte dem EM-Halbfinalisten von 2016 ein Unentschieden zum Einzug in die Play-offs gereicht. „Ich bin total am Boden zerstört, das haut mich um“, sagte Teammanager Chris Coleman, der mit Wales zum ersten Mal seit 1958 wieder zu einer WM-Endrunde reisen wollte: „Ich bin tief enttäuscht.“

(SID)