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Olympische Winterspiele
Schweizer im Kanton Wallis stimmen über Bewerbung ab

Sion. Sion will Olympische Winterspiele 2026 ausrichten.

Wenn die Schweizer im Kanton Wallis Nein zu Olympia sagen, kann der Bürgermeister von Sion, Philippe Varone, dies Südkorea und Russland in die Schuhe schieben. Die massiven Waldrodungen vor den Winterspielen 2018 in Pyeongchang und die Milliarden-Investitionen vier Jahre vorher in Sotschi haben viele Leute skeptisch gemacht. An diesem Sonntag entscheiden die Einwohner des Matterhorn-Kantons bei einer Volksabstimmung über eine Kandidatur für die Winterspiele 2026. Nach den Umfragen wird es knapp.

Beworben haben sich auch Italien mit Turin und Mailand, Österreich mit Graz und Schladming, Schweden mit Stockholm, die Türkei mit Erzurum, Kanada mit Calgary und Japan mit Sapporo. Die Entscheidung fällt im Herbst 2019.

Das französischsprachige Sion soll Dreh- und Angelpunkt werden, mit Auftakt- und Schlussfeier. Die Stadt mit gut 30 000 Einwohnern rund 200 Kilometer südlich von Basel ist umgeben von Skigebieten in allen Höhenlagen. Die Wettbewerbe fänden im Umkreis von ein, zwei Stunden Bahnfahrt statt: Eiskunstlauf etwa in Lausanne, Halfpipe in Leysin, Snowboard in Veysonnaz, Ski alpin in Crans-Montana. Nur der Kampf um Medaillen im Eisschnelllauf müsste ausgelagert werden, womöglich in die Niederlande. Die neuen Bestimmungen des IOC ermöglichen dies.