| 23:28 Uhr

Fußball-Bundesliga
Herrmann wird zum Matchwinner

Mönchengladbach. Eingewechselter Flügelflitzer trifft beim 2:1-Sieg der Gladbacher gegen Schalke 04. mwe/sid

Der Mann des Tages blieb gewohnt bescheiden. „Immer Vollgas geben, dann wird man auch belohnt“, sagte Borussia Mönchengladbachs Flügelflitzer Patrick Herrmann nach dem 2:1 gegen den FC Schalke 04. Der 27-Jährige wurde in der zweiten Halbzeit eingewechselt und hatte das vorentscheidende 2:0 erzielt. Nationalspieler Matthias Ginter hatte die Fohlen bereits in der dritten Minute in Führung gebracht, Herrmann in der 76. Minute nachgelegt. Der Anschlusstreffer der Schalker durch Breel Embolo (93. Minute) kam zu spät.

„Wir sind ein paar mehr gute Leute im Kader, aber wenn man mal reinkommt, gibt man natürlich alles“, sagte „Flaco’“, der seit geraumer Zeit nicht mehr zur Stammelf zählt und im Sommer sogar Abwanderungsgedanken hegte, ehe er sich doch zum Bleiben entschied. Sein Trainer Dieter Hecking war voll des Lobes. „Das freut mich für ihn, gerade mit den ganzen Geschichten der vergangenen zwei, drei Monate, dass er hier heute der Matchwinner mit dem 2:0 ist“, sagte Hecking, „es freut mich für den Jungen ungemein, weil er sehr viel dafür tut.“

Zu wenig taten dagegen die Schalker – und entsprechend war die Stimmung bei den Königsblauen. Stürmer Guido Burgstaller war stinksauer, Kapitän Ralf Fährmann nahm seine Mitspieler in die Pflicht. Doch Trainer Domenico Tedesco lächelte die Sorgen weg. „Wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir so spielen, dann wird der Knoten zügig platzen, dann werden wir bald Erfolgserlebnisse haben“, sagte Tedesco und kam zu dem Schluss: „Es war ein Schritt in die richtige Richtung.“



Die nackten Zahlen drücken etwas anderes aus. Drei Spiele, null Punkte, sechs Gegentore – der Vizemeister hat einen nicht für möglich gehaltenen Fehlstart hingelegt. „Schlechter geht es nicht. Uns fehlt noch einiges aus der Vorsaison“, sagte Sportvorstand Christian Heidel. Vor dem Start in die Champions League morgen Abend gegen den FC Porto war aber auch Heidel um Ruhe bemüht. „Es dauert sehr lange, bis ich unruhig werde. Ich glaube, dass ich überhaupt nicht unruhig werde, weil ich ein großes Vertrauen in die Personen rund um die Mannschaft habe“, sagte Heidel und stärkte dem 33 Jahre alten Trainer in dessen erster schwieriger Situation den Rücken.