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Skispringen
Perfekt auf die Tournee eingestimmt

 Der Deutsche Richard Freitag ist in toller Form und fährt als großer Favorit zur Vierschanzentournee.
Der Deutsche Richard Freitag ist in toller Form und fährt als großer Favorit zur Vierschanzentournee. FOTO: dpa / Alexandra Wey
Oberstdorf. Die Chancen auf einen deutschen Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee stehen so gut wie schon lange nicht mehr.

() Weg aus Oberstdorf, um dann in Oberstdorf ganz groß aufzutrumpfen: Richard Freitag wird bei besinnlichen Stunden in der sächsischen Heimat Kraft für den Riesenrummel bei der bevorstehenden Vierschanzentournee tanken. „Ich freue mich darauf, einige Tage mit Familie und den Freunden abzuschalten. Weihnachten ist mir schließlich sehr wichtig“, sagte der derzeit beste Skispringer der Welt: „Es ist natürlich schön, wenn du am 24. Dezember zufrieden in den Weihnachtsbraten beißen kannst. Und dann geht es frisch und frei zur Tournee.“

Als erster Deutscher seit Martin Schmitt vor 17 Jahren fährt Freitag, am Sonntag Sieger der Generalprobe in Engelberg, als Gesamtweltcup-Führender zur Tournee, die am 30. Dezember in seiner neuen Wahlheimat Oberstdorf beginnt. „Es ist ein Mega-Gefühl, mit dem Gelben Trikot zur Vierschanzentournee zu fahren“, sagt Freitag. Schmitt gewann dereinst zwar noch den Auftakt am Schattenberg wie in den beiden Jahren zuvor, belegte aber schließlich „nur“ Gesamtplatz drei.

Erst ein Jahr später holte Sven Hannawald den bislang letzten Tournee-Sieg eines DSV-Adlers. Nun könnte der heutige Eurosport-Experte in Freitag seinen Nachfolger finden. „Ich hoffe, dass es endlich wieder mit einem deutschen Tourneesieg klappt“, sagte Hannawald, der 2001/02 sämtliche Springen zwischen Oberstdorf und Bischofshofen gewann. „Aber ich weiß auch, dass die Tournee immer wieder ihre eigenen Geschichten schreibt.“



Ein großer Vorteil ist natürlich für Freitag und den im Gesamtweltcup zweitplatzierten Andreas Wellinger, dass sie in Oberstdorf quasi Hausrecht besitzen und in der Vorwoche vor Weihnachten noch ausgiebig bei besten Bedingungen auf der Auftaktanlage trainieren können und konnten. Mit dem Gefühl, perfekt für den Start vorbereitet zu sein, lassen sich Plätzchen und Punsch bestens genießen.

Freitag, der in den vergangenen fünf Springen dreimal siegte und zweimal Zweiter war und schon mehr Weltcup-Punkte (550) gesammelt hat als in der kompletten Vorsaison (507), weiß aber, dass er – so wertvoll Siege in Nischni Tagil, Titisee-Neustadt und Engelberg auch waren – nur die ersten Schritte zu möglicherweise historischen Leistungen gemacht hat. Und die Konkurrenz, vor allem die am Sonntag zweit- und drittplatzierten Kamil Stoch (Tourneesieger 2016/17) und Stefan Kraft (Gewinner 2014/15), unterstrichen ihre Ambitionen. Zurücklehnen ist also für die DSV-Adler nicht.

„Wir müssen jetzt weiter nach vorne schauen. Die Form zu konservieren, das funktioniert im Skispringen nicht. Auch Ritschi macht noch Fehler. Deshalb müssen wir weiter trainieren, damit die Substanz da ist“, sagte Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster. Immerhin: „Bis Heiligabend werden wir nicht durchspringen.“

(SID)