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Fußball
Neymars OP im Hochsicherheitstrakt

Belo Horizonte. Brasilianer residiert im eigenen Krankenhaus-Flügel. Die WM sei nicht gefährdet.

Wieviel Platz braucht man, um den Fuß eines brasilianischen Fußball-Stars zu behandeln? Wenn es nach Neymar geht: einen kompletten Flügel des Krankenhauses Mater Dei in Belo Horizonte. Für die Rettung des WM-Traums des extrovertierten Edeltechnikers werden alle Register gezogen. Damit der 26-Jährige von Paris St. Germain und seine zehnköpfige Entourage rund um die Operation an diesem Samstag ihre Ruhe haben, sperrt das Hospital kurzerhand ein großflächiges Areal ab und erlässt sogar ein absolutes Handyverbot.

Die Angestellten wurden vom Krankenhaus per Whatsapp eindringlich darauf hingewiesen, keine Mobiltelefone zum Dienst mitzubringen, „um Missverständnisse zu vermeiden“. In einer internen Mitteilung warnte die Klinik, „bei etwaigen Problemen oder im Fall eines Fehlverhaltens mit äußerster Härte“ zu reagieren. Hintergrund: Bei der WM 2014 hatte eine Krankenschwester Neymars tränenreiche Ankunft im Krankenhaus nach seinem Wirbelanbruch im Spiel gegen Kolumbien gefilmt, die Aufnahme an Dritte zur Veröffentlichung weitergegeben und war deshalb umgehend entlassen worden.

Der Star sollte am Freitagabend per Hubschrauber auf dem klinikeigenen Landeplatz ankommen. Den chirurgischen Eingriff am gebrochenen äußeren Mittelfußknochen des rechten Fußes führt Nationalmannschaftsarzt Rodrigo Lasmar durch. Bei der Seleção herrscht trotz der Verletzung große Zuversicht auf eine spektakuläre WM Neymars. „Ich kann garantieren, dass die Zeit ausreicht, damit er schon beim ersten WM-Spiel einsatzfähig ist“, sagte Brasiliens Konditionstrainer Fabio Mahseredjian mit Blick auf den Auftakt gegen die Schweiz am 17. Juni.