| 22:55 Uhr

Tennis
Kerber stürmt ins Viertelfinale

Paris. Die Deutsche siegt bei den French Open in zwei Sätzen. Williams gibt auf, Marterer fliegt gegen Nadal raus.

Angelique Kerber ist wie Alexander Zverev bei den French Open nicht zu stoppen und kommt einem weiteren ganz großen Tennis-Coup immer näher. Die einstige Nummer eins steht auch im zweiten Grand-Slam-Turnier des Jahres im Viertelfinale und hat es zum zweiten Mal nach 2012 unter die letzten Acht in Paris geschafft. Dort bekommt die Norddeutsche nach dem unerwartet klaren 6:2, 6:3 über die Französin Caroline Garcia eine Revanche gegen die Rumänin Simona Halep. An der Weltranglisten-Ersten war Kerber im Januar im Halbfinale der Australian Open nach zwei vergebenen Matchbällen knapp gescheitert.

„Ich bin einfach glücklich, weitergekommen zu sein. Ich werde versuchen, so wie in den letzten Tagen weiterzuspielen“, sagte die 30-jährige Kerber und meinte: „Ich habe sehr gut angefangen. Am Ende war es doch noch eine Zitterpartie.“

Maximilian Marterer verlor gestern im Achtelfinale dagegen trotz couragierter Leistung gegen den spanischen Titelverteidiger und Rekordsieger Rafael Nadal mit 3:6, 2:6, 6:7 (4:7). Damit ist im Herren-Wettbewerb Zverev letzter Deutscher.



Während Marterer darum kämpfte, sich in einen vierten Satz zu retten, hatte Kerber zeitgleich bis kurz vor Schluss alles unter Kontrolle. Zwar half ihr die Weltranglisten-Siebte Garcia mit vielen Fehlern, doch Kerber übernahm immer wieder selbst die Initiative.

Mit Erfolg: Die einstige Gewinnerin der Australian und US Open blieb auch beim vierten Auftritt im Stade Roland Garros ohne Satzverlust. Die ersten vier Matchbälle beim Stand von 5:1 im zweiten Satz wehrte Garcia noch ab, den vierten davon mit einem Netzroller. Die französischen Fans wurden noch einmal richtig wach, doch bei der fünften Chance und nach nur 67 Minuten Spielzeit war der Sieg dann perfekt. „Mal gucken, wie lange die Reise noch gehen kann“, sagte Kerber.

Marterer wehrte sich 150 Minuten lang gegen den Weltranglisten-Ersten und zehnmaligen Paris-Champion. „Der dritte Satz war sehr schwierig. Maximilian ist ein sehr guter junger Spieler“, sagte Nadal. Der Nürnberger selbst sprach vom „größten Spiel meiner Karriere“ und zog trotz des Ausscheidens eine positive Bilanz: „Ich habe viel erlebt und bin in dieser Woche eine besserer Tennisspieler geworden.“ Marterer stieß in seinem ersten Grand-Slam-Achtelfinale zwei Sätze lang an seine Grenzen. Im dritten gelangen dem Weltranglisten-70. dann auch etliche gute Aktionen, Nadal konnte einen Tag nach seinem 32. Geburtstag jedoch immer einen Gang hochschalten, wenn es nötig war, so auch nach einem Break für Marterer zum 3:1 im dritten Durchgang sowie im Tiebreak.

Am Ende verbuchte Nadal ungefährdet seinen 900. Sieg als Profi. Mit 234 Erfolgen bei Grand-Slam-Turnieren ist er nun alleiniger Dritter dieser Rangliste hinter Roger Federer und Novak Djokovic und vor Jimmy Connors. Sein nächster Gegner ist morgen der Weltranglistenzwölfte Diego Schwartzman (Argentinien), der den mehrere Köpfe größeren US-Open-Finalisten Kevin Anderson aus Südafrika nach einem 0:2-Satzrückstand noch mit 1:6, 2:6, 7:5, 7:6 (7:0), 6:2 niederrang.

Die einstige Weltranglisten-Erste Serena Williams (36) zog wegen einer schmerzhaften Brustmuskelverletzung kurz zuvor für das mit Spannung erwartete Achtelfinale gegen die Russin Maria Scharapowa zurück. „Im Moment kann ich nicht aufschlagen. Ich bin mehr als enttäuscht“, sagte Williams.