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Fußball-Bundesliga
„Karnevalsverein“ vor Komplikationen

Wie am 33. Spieltag der vergangenen Saison in Dortmund wollen die Mainzer auch nach dieser Runde wieder den Klassenerhalt feiern. 
Wie am 33. Spieltag der vergangenen Saison in Dortmund wollen die Mainzer auch nach dieser Runde wieder den Klassenerhalt feiern.  FOTO: dpa / Ina Fassbender
Mainz. Dem FSV Mainz 05 steht erneut eine schwierige Saison bevor. Mehrere Leistungsträger haben den Verein verlassen.

Der selbsternannte Karnevalsverein hatte es schwer in den vergangenen Jahren. Das Chaos in der Vereinsführung, die Trainerwechsel, der sportliche Absturz – die rheinhessischen Fans waren froh, dass am Ende nicht der erneute Abstieg stand. Die mit dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart beginnende Saison in der Fußball-Bundesliga könnte allerdings wieder kompliziert werden.

Schließlich gab der FSV in jedem Mannschaftsteil „ein Schwergewicht“ ab, wie Sportvorstand Rouven Schröder sagte. Innenverteidiger Abdou Diallo wechselte für 28 Millionen Euro zu Borussia Dortmund, Schalke 04 bezahlte elf Millionen für Mittelfeldspieler Suat Serdar, und den japanischen Nationalspieler Yoshinori Muto zog es für die gleiche Summe nach England zu Newcastle United.

Kompensieren sollen das unter anderem die jungen Neuzugänge Jean-Philippe Mateta (20), Pierre Kunde (22), Aarón Martín (21) und Moussa Niakhate (22). Hoffnung macht zudem, dass ein „Mondangebot“ (Schröder) für Jean-Philippe Gbamin abgelehnt wurde, zumindest Stand jetzt. Laut Medienberichten wäre ein Verein aus der englischen Premier League bereit gewesen, 35 Millionen Euro für den Leistungsträger zu bezahlen.



„Dass er von England träumt, ist schön und gut. Aber der Stand ist klar: Er hat sportlich einen riesigen Wert bei uns“, sagte FSV-Trainer Sandro Schwarz, der zu Beginn seiner Amtszeit vor einem Jahr erst einen schweren Stand, dann aber durch Kampfgeist im Abstiegskampf viele Sympathien gewonnen hatte.

„In der Krise haben Sandro und ich ein Urvertrauen entwickelt, es ist gut, wenn man die ganz krassen Sachen schon zusammen erlebt hat“, sagte Schröder der Frankfurter Rundschau. Schwarz selbst räumte ein, zunächst „zu ungeduldig“ gewesen zu sein. „Ich wollte zu schnell zu viel“, sagte er.

Die lange Vorbereitung (der FSV hatte als erstes Bundesligateam das Training aufgenommen) verlief durchaus erfolgreich. Bei einem Blitzturnier in der heimischen Arena mit Spielen über jeweils 45 Minuten gegen Athletic Bilbao und den AC Florenz belegten die Rheinhessen – allerdings ohne ein Tor aus dem Spiel erzielt zu haben – nach einem Sieg und einer Niederlage den zweiten Platz. Bei der Generalprobe  bei Celta Vigo eine Woche vor dem Pflichtspielauftakt in der ersten Pokalrunde am Samstag bei Erzgebirge Aue bezwang der FSV den spanischen Erstligisten vor mehr als 4000 Zuschauern mit 2:1. Damit gewannen die 05er sogar als erstes deutsches Team die in Vigo ausgespielte „Trofeo Memorial Quinocho“.

Ein Fragezeichen steht aber hinter der Torwartposition. Ex-Nationalspieler Rene Adler wird noch längere Zeit ausfallen. In den ersten Saisonspielen wird sich deshalb auch im FSV-Tor einer der „jungen Wilden“ (Florian Müller, Jannik Huth oder Robin Zentner) beweisen können.

Eine Konstante: Niko Bungert bleibt Kapitän der Mainzer. Obwohl der 31 Jahre alte Verteidiger in der vergangenen Spielzeit kein Bundesligaspiel absolvierte, bestimmte ihn Schwarz erneut zum Spielführer.

Rouven Schraðder ARCHIV¬_- Fuaüball Bundesliga 31. Spieltag: Werder Bremen - Eintracht Frankfurt am 02.05.2015 im Weserstadion in Bremen. Werders Direktor Profifuaüball und Scouting, Rouven Schraðder, geht vor Spielbeginn aºber den Platz. Foto: Carmen Jaspersen/dpa (zu dpa ¬´¬´Sind uns einig¬ª: Schraðder soll Heidel-Nachfolger in Mainz werden¬ª am 22.02.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Rouven Schraðder ARCHIV¬_- Fuaüball Bundesliga 31. Spieltag: Werder Bremen - Eintracht Frankfurt am 02.05.2015 im Weserstadion in Bremen. Werders Direktor Profifuaüball und Scouting, Rouven Schraðder, geht vor Spielbeginn aºber den Platz. Foto: Carmen Jaspersen/dpa (zu dpa ¬´¬´Sind uns einig¬ª: Schraðder soll Heidel-Nachfolger in Mainz werden¬ª am 22.02.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: dpa / Carmen Jaspersen
Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz steht vor einer harten Saison.
Der Mainzer Trainer Sandro Schwarz steht vor einer harten Saison. FOTO: dpa / Hasan Bratic