| 21:33 Uhr

Tennis
Hoffnungsträger nehmen die erste Hürde

Wimbledon. Zverev und Kerber erreichen in Wimbledon souverän die zweite Runde. Ein deutsches Männer-Quartett schied dagegen aus.

Alexander Zverev verschwand nach ein paar Siegerselfies mit den Fans eilig im kühlen Kabinentrakt, und auch Angelique Kerber zeigte nach ihrem lockeren Aufgalopp nur kurz die Siegerfaust. Die beiden größten deutschen Hoffnungsträger haben beim Grand-Slam-Klassiker am gestrigen Dienstag in Wimbledon ihre Auftakthürden souverän gemeistert. Während Kerber im Duell zweier Ex-Finalistinnen gegen die Russin Wera Swonarewa klar die Oberhand behielt, ließ Zverev dem australischen Außenseiter James Duckworth letztlich keine Chance. Der Weltranglistendritte siegte bei Traumwetter im sonnigen London nach nur eineinhalb Stunden mit 7:5, 6:2, 6:0.

Nur zu Beginn der Partie hatte der Hamburger leichte Probleme mit seinem lediglich an Position 752 gesetzten Gegenüber gehabt. So dauerte es bis zum elften Spiel des Tages, ehe Zverev das erste Break schaffte. Auf sein gutes Service konnte sich der 21-Jährige aber bereits da verlassen. Ab dem zweiten Satz war es dann ein Klassenunterschied, vor allem weil Zverev 93 Prozent der Punkte mit seinem ersten Aufschlag gewann. „Ich habe mich ein bisschen ins Match reingefühlt“, sagte Zverev: „Man muss immer erst einmal in das Turnier finden, deshalb hatte ich im ersten Satz ein paar Probleme. Ab dem zweiten habe ich dann aber gut serviert gut retourniert. Insgesamt war es ein gutes Match von mir.“ Als nächstes trifft der Hamburger auf Taylor Fritz (USA).

Auch Kerber hatte bei ihrem 7:5, 6:3-Erfolg gegen Swonarewa nur zu Beginn etwas Mühe gehabt. Nach einer 3:0-Führung im ersten Satz kassierte sie zwei Breaks und musste letztlich länger als nötig arbeiten. Im zweiten Satz stabilisierte die zweimalige Major-Siegerin ihren Aufschlag und siegte nach 1:23 Stunden.



Für ein deutsches Männer-Quartett war das Turnier derweil nach der ersten Runde beendet. Routinier Florian Mayer scheiterte bei der letzten Teilnahme an seinem Lieblings-Grand-Slam durch ein 6:7 (3:7), 4:6, 6:4, 1:6 am Tschechen Jiri Vesely. Der 34-Jährige, der seine Karriere nach den US Open beenden wird, hatte in London 2004 und 2012 das Viertelfinale erreicht.

French-Open-Achtelfinalist Maximilian Marterer unterlag bei seinem Wimbledon-Debüt gegen den an Nummer 27 gesetzten Bosnier Damir Dzumhur in nur 1:34 Stunden 3:6, 2:6, 4:6. Ebenfalls ohne Chance war der Münchner Peter Gojowczyk bei seiner 3:6, 4:6, 3:6-Niederlage gegen den argentinischen Weltranglistenvierten Juan Martin del Potro. Und Zverevs Bruder Mischa unterlag nur drei Tage nach seinem ersten ATP-Turniersieg in Eastbourne dem Franzosen Pierres-Hugues Herbert deutlich mit 4:6, 3:6, 4:6. Weiter ist Superstar Rafael Nadal (6:3, 6:3, 6:2 gegen den Israeli Dudi Sela). French-Open-Finalgegner Dominic Thiem musste dagegen gegen Marcos Baghdatis (Zypern) beim Stand von 4:6, 5:7 und 0:2 aufgrund einer Nackenverletzung aufgeben.

Am späten Montagabend hatte Tatjana Maria für die erste große Sensation gesorgt. Das 7:6 (7:3), 4:6, 6:1 gegen die Weltranglisten-Fünfte Jelina Switolina fühle sich „sehr gut“ an, sagte die 30-jährige Schwäbin zufrieden. Noch nie hatte die Weltranglisten-57. eine Spielerin aus den Top Fünf der Welt bezwungen. Das Medieninteresse wuchs, selbst die „New York Times“ fragte ein Interview an. Maria, früher unter ihrem Mädchennamen Malek bekannt, nervt Gegnerinnen mit ihren unterschnittenen Schlägen. Nicht nur mit der Rückhand, sondern auch mit der Vorhand. Die flach abspringenden Slice-Bälle sind auf Gras besonders gefährlich. Schon bevor sie den Platz betrete, spüre sie Frust der Gegnerin, schilderte Maria: „Ich weiß, dass Spieler mein Spiel einfach nicht mögen. Es ist einfach anders.“ Heute will sie die Französin Kristina Mladenovic nerven.