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Radsport
Froome spürt schon den Volkszorn

Noirmoutier. An diesem Samstag startet die 105. Tour de France. In den ersten beiden Etappen werden Sprintersiege erwartet.

Der viermalige Tour-de-France-Sieger Christopher Froome ist vor dem Start der 105. Frankreich-Rundfahrt vom französischen Publikum ausgepfiffen worden. Bei der offiziellen Präsentation der 22 Teams in La Roche-sur-Yon hallten am Donnerstagabend lautstarke Unmutsbekunden über die Place Napoleon. Die Vorstellung des Teams ging im Gebuhe der 5000 Zuschauer unter. Auf einem Plakat las er: „Hau ab, Betrüger!“ 

„Das ist natürlich nicht schön. Aber so lange es verbal bleibt, können wir damit leben“, sagte Froomes Teamkollege Geraint Thomas. Froome wandte sich am Freitag in einem offenen Brief in der Tageszeitung Le Monde an die Fans und beteuerte nach seinem Freispruch in der Asthmamittel-Affäre noch einmal seine Unschuld. Zudem warb er um faires Verhalten ihm gegenüber. „Ich weiß, dass die französische Öffentlichkeit fair ist“, schrieb er. Ein Spießrutenlauf droht dennoch gerade bei den Bergetappen.

Der Startschuss zur Tour erfolgt an diesem Samstag mit einer 201 Kilometer langen Flachetappe in der Vendee, an deren Ende ein Sprinter ins Gelbe Trikot fahren dürfte. 3351 Kilometer und 21 Etappen liegen vor den 176 Fahrern aus 22 Mannschaften. Das wichtigste Radrennen der Welt endet am 29. Juli traditionell auf den Champs-Elysees in Paris. Im Kampf um den Gesamtsieg dürften fünf Etappen entscheidend werden: das Mannschaftszeitfahren am Montag um Cholet, die Kopfsteinpflasterpassagen auf dem Weg nach Roubaix, der legendäre Anstieg nach L‘Alpe d‘Huez, der 65 Kilometer lange Bergsprint in der Schlusswoche sowie das bergige Zeitfahren der vorletzten Etappe.



Auf der ersten Etappe von Noirmoutier-en-l‘Ile nach Fontenay-le-Comte müssen die Teams am Samstag Schwerstarbeit leisten: Fast 140 Kilometer lang geht es durch die Sumpflandschaft des Marais Poitevin an der Atlantikküste entlang, es wird ein beständiger Kampf mit dem Wind. Die Helfer müssen stets auf der Hut sein. Die Anfahrt auf die Zielgerade ist zudem sehr kurvenreich, gerade bei Regen könnte es Probleme geben. Am Sonntag geht es in der zweiten Etappe dann über 182,5 Kilometer von Mouilleron-Saint-Germain nach La Roche-sur-Yon. Im Ort der Teampräsentation sieht alles nach einer weiteren Chance für die schnellen Sprinter aus.

Das Regelwerk 2018 ist im Vergleich zum Vorjahr an manchen Stellen modifiziert worden. Die entscheidendste Änderung gab es bei der Teamgröße: Nur noch acht statt bisher neun Fahrer gehen in jeder der 22 Mannschaften an den Start, die Größe des Feldes reduziert sich dementsprechend von 198 auf 176 Fahrer. Wieder eingeführt werden Zeitgutschriften von 3, 2 und 1 Sekunden bei den Zwischensprints der ersten neun Etappen – das Mannschaftszeitfahren ist ausgenommen. Erstmals kommt bei der Tour auch ein Videoschiedsrichter zum Einsatz.

Eurosport überträgt jede Etappe der Tour de France 2018 live und in voller Länge. Die ARD steigt zumeist am Nachmittag in die Live-Übertragung ein, auf sportschau.de und dem Sender One zeigt das Erste zudem das gesamte Rennen.