| 23:29 Uhr

Radsport
Froome siegt und hofft, aber Yates kontert eiskalt

Der Brite Simon Yates ist auf dem Weg zum Giro-Sieg kaum mehr zu stoppen.
Der Brite Simon Yates ist auf dem Weg zum Giro-Sieg kaum mehr zu stoppen. FOTO: dpa / Daniel Dal Zennaro
Trento. Der 25-Jährige ist beim Giro d’Italia eine Klasse für sich.

Das Hochgefühl seines erstaunlichen Comebacks konnte der vierfache Tour-de-France-Triumphator Chris Froome nur knapp 24 Stunden auskosten. Nach seinem Sieg am Samstag auf dem gefürchteten Zoncolan gehörten beim 101. Giro d’Italia am Folgetag wieder seinem Landsmann Simon Yates die Schlagzeilen. Der 25 Jahre alte Brite wächst weiter über sich hinaus und konnte sich gestern, am dritten Ruhetag, in seinem Rosa Trikot beruhigt zurücklehnen. „Simon fährt sehr eindrucksvoll – er ist jetzt der Favorit“, sagte Froome und rückte fast in die Rolle eines staunenden Zuschauers.

Vor dem heutigen 34,2 Kilometer-Zeitfahren, nicht gerade die Lieblings-Disziplin des Bergspezialisten Yates, hat er einen beruhigenden Vorsprung von 2:11 Minuten auf den zweitplatzierten Tom Dumoulin. Diesen Rückstand wettzumachen, dürfte auch dem amtierenden Zeitfahr-Weltmeister aus dem Sunweb-Team schwerfallen. „Auch wenn ich ein exzellentes Zeitfahren hinlege und das Trikot hole, kann er in den Bergen, wann immer er will, wegfahren. Das wird sehr schwer“, erklärte Dumoulin. Es folgen ab Donnerstag noch drei schwere Berg­etappen.

Froome, dem wegen der weiter ungeklärten Affäre um das Asthmamittel Salbutamol eine nachträgliche Dopingstrafe droht, dürfte im Kampf um seinen ersten Girosieg endgültig aus dem Rennen sein. Er liegt 4:52 Minuten hinter der Spitze. Nach seinem missglückten Giro-Start mit zwei Stürzen und herben Zeitverlusten hatte er sich auf dem Zoncolan vor rund 100 000 Zuschauern zurückgekämpft, sechs Sekunden vor Yates den Etappensieg geholt – und wieder gehofft.



Aber sein erneuter Einbruch am Sonntag hat ihn ernüchtert, genau wie der hämische Kommentar des einstigen Dopers Michael Rasmussen nach dem Froome-Sieg auf dem Zoncolan. Der Däne, der 2007 wegen Doping-Verdachts im Gelben Trikot die Tour verlassen musste, ortete via Twitter am gefürchtetsten Aufstieg Europas eine „anscheinend asthmatikerfreundliche Umgebung“. Egal, wie Froome den Giro übersteht – er bleibt auf dem Weg zur Tour de France auch in den nächsten Wochen im Radsport das große Thema.