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Trotz Coronavirus-Ausbreitung
Feuer für Olympia 2020 entfacht - IOC glaubt an Austragung

 Eine als Hohepriesterin verkleidete Schauspielerin (2.v.r) entzündet 2017 in Olympia eine Fackel an einer Schale mit Feuer. Foto: Alkis Konstantinidis/POOL/dpa
Eine als Hohepriesterin verkleidete Schauspielerin (2.v.r) entzündet 2017 in Olympia eine Fackel an einer Schale mit Feuer. Foto: Alkis Konstantinidis/POOL/dpa
Athen/Olympia. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit ist im antiken Olympia das Feuer für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio entzündet worden. dpa

Wegen des Ausbruchs des neuartigen Coronavirus waren nur 100 Gäste geladen, zum Großteil Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Ursprünglich waren mehr als 700 Gäste erwartet worden. Die Zeremonie wurde im griechischen Fernsehen übertragen. „Die Olympischen Spiele sind ein starkes Bild der weltweiten Einheit der Menschen“, sagte IOC-Präsident Thomas Bach.

Die Flamme wurde mit Hilfe eines Parabolspiegels und Sonnenstrahlen entfacht. „Apollon, Gott der Sonne und des Lichtes, schicke deine Strahlen und entzünde die Fackel für die gastfreundliche Stadt von Tokio“, sagte dabei die Hohe Priesterin, die diesmal von der griechischen Schauspielerin Xanthi Georgiou verkörpert wurde. Sie übergab die Fackel anschließend der griechischen Sportschützin und Olympiasiegerin von 2016, Anna Korakaki. Es war das erste Mal, dass eine Frau die neu entzündete Fackel in Empfang nahm.

Die Fackel wird jetzt eine Woche lang durch Griechenland getragen, bis sie das alte Olympiastadion von Athen erreicht. Am Austragungsort der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit (1896) wird das Feuer dann an das Organisationskomitee der kommenden Sommerspiele in Tokio übergeben. Dieses Zeremoniell soll am 19. März stattfinden.



IOC-Präsident Thomas Bach hat indes erneut bekräftigt, dass die Spiele 2020 trotz der Coronavirus-Pandemie stattfinden sollen. Sollte die Weltgesundheitsorganisation WHO dem Internationalen Olympischen Komitee aber zur Absage raten, werde das IOC dem folgen, sagte Bach am Donnerstagabend in den „Tagesthemen“ der ARD. „Wir hören auf den Rat der Weltgesundheitsorganisation, das ist die Expertengruppe, die für alle diese Fragen zuständig ist.“

Die Lage werde „täglich, 24 Stunden, sieben Tage die Woche“ beobachtet, äußerte Bach, der betonte: „Wir arbeiten mit vollem Engagement auf den Erfolg dieser Spiele mit der Eröffnungsfeier am 24. Juli hin und tun alles dafür, damit sich auch die Athleten entsprechend vorbereiten können. (...) Wir werden die Zeit nutzen, um diese Spiele zum Erfolg zu führen.“ Die Schlussfeier ist auf den 9. August terminiert.

Bach führte aus, dass es aufgrund der Corona-Krise „ernsthafte Probleme“ mit den Qualifikations-Wettbewerben gebe, die zuletzt reihenweise verschoben werden mussten. Bislang seien 55 Prozent der Athletinnen und Athleten für die Sommerspiele qualifiziert. „Wir werden sehr flexibel sein und gegebenenfalls die Qualifikationskriterien verändern“, sagte der 66-Jährige.