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Hall of Fame des deutschen Fußballs
Elf plus eins für die Ruhmeshalle

 Sepp Herberger.
Sepp Herberger. FOTO: dpa / Roland Witschel/Arnde Dedert
Dortmund. Die ersten Mitglieder für die neu gegründete „Hall of Fame“ des deutschen Fußballs stehen fest. Von Mark Weishaupt

Es ist eine Aufgabe, die quasi unlösbar ist. Stellen Sie die elf Fußballer und den Trainer zusammen, die als Erste in die sogenannte „Hall of Fame“, die Ruhmeshalle des deutschen Fußballs, aufgenommen werden sollen. Eine Aufgabe, der sich in dieser Woche eine Jury aus deutschen Sportjournalisten aus Hörfunk Fernsehen und Print, darunter auch die Saarbrücker Zeitung, stellen musste. Das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund wird 2019 in seinen Räumlichkeiten die „Hall of Fame“ erstmals und danach dauerhaft präsentieren und stellte dabei mit Hilfe einer Experten-Jury quasi eine erste „Jahrhundert-Elf“ samt Trainer an der Seitenlinie auf. Künftig soll die Hall of Fame in jedem Jahr um eine bestimmte Anzahl Spieler erweitert werden.

Manuel Neukirchner, der Direktor des Deutschen Fußballmuseums, sagte: „Wir haben in der Jury hart um jeden einzelnen Namen gerungen. Am Ende ist es gelungen, die herausragenden Spieler-Generationen in dieser Gründungself zusammenzuführen.“ Sportjournalisten wie Anno Hecker, Sportchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, Alfred Draxler, Duz-Freund von „Kaiser“ Franz Beckenbauer, Pit Gottschalk, ehemals Chefredakteur der „Sport Bild“, oder Eurosport-Sportchef Gernot Bauer diskutierten teils leidenschaftlich über Namen, die Fußball-Deutschland in den vergangenen 100 Jahren geprägt haben, die zu Idolen ganzer Generationen wurden, die zum Teil bis heute Vorbilder sind.

Und ohne zu sehr ins Detail der Jury-Arbeit gehen zu wollen - ganz so klar und unkritisch, wie man es vielleicht vermuten könnte, wurde so manch Protagonist, der es schlussendlich in die Ruhmeshalle schaffte, dann doch nicht gesehen. Beispielsweise die Position des Trainers: Sepp Herberger, der Vater des „Wunders von Bern“ 1954, dem ersten Weltmeister-Titel der deutschen Nationalmannschaft, war nachweislich Mitglied der NSDAP. Unbestritten seine Verdienste, sein Anteil am Wunder. Aber kann so jemand als erster Trainer in die Hall of Fame eingeführt werden. Die Jury entschied sich für „Ja“ – nach langer Diskussion und auch nicht einstimmig, so viel sei hier verraten. Ähnlich erging es auch dem „Kaiser“ Franz Beckenbauer, der von einem Teil der Jurymitglieder aufgrund seiner Rolle bei der WM-Vergabe 2006 kritisch gesehen wurde, den Sprung aber dennoch klar und deutlich schaffte.



Über die meisten Positionen gab es ansonsten wenig Debatten – außer bei einer: Wolfgang Overath oder Günter Netzer? Die Frage noch der Nominierung der Mittelfeld-Genies wurde beinahe zur Glaubensfrage im Expertenkreis. Am Ende hatte Netzer die Nase vorn.

Im April soll die Gründungself samt Trainer in einer großen Gala im Dortmunder Museum offiziell eingeführt werden. Dann wird es auch eine Hall of Fame des Frauenfußballs geben – hier läuft die Jury-Abstimmung noch. Das Ergebnis soll Anfang 2019 anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des deutschen Titelgewinns bei der EM 1989 in Deutschland bekanntgegeben werden.

 Sepp Maier.
Sepp Maier. FOTO: dpa/dpaweb / Claus Felix/Mattias Schrader
 Franz Beckenbauer.
Franz Beckenbauer. FOTO: dpa / Felix Hörhager
 Andreas Brehme.
Andreas Brehme. FOTO: dpa/dpaweb / A2514 Frank Mächler
 Paul Breitner.
Paul Breitner. FOTO: dpa / Guillaume Horcajuelo
 Fritz Walter.
Fritz Walter. FOTO: picture-alliance/ dpa / DB Seeger/Gebhard
 Lothar Matthäus.
Lothar Matthäus. FOTO: dpa / Britta Pedersen
 Matthias Sammer.
Matthias Sammer. FOTO: dpa / Tobias Hase
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Günter Netzer. FOTO: dpa / Uwe Anspach
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Gerd Müller. FOTO: dpa / Molkerei Alois Müller
 Uwe Seeler.
Uwe Seeler. FOTO: dpa / Axel Heimken