| 21:53 Uhr

NHL-Profis zu Gast in Köln
Draisaitl genießt tolle Tage in Köln

Tobias Viklund von den Kölner Haien (links) und der deutsche NHL-Profi Leon Draisaitl (vorne rechts) von den Edmonton Oilers kämpfen um den Puck. Die Kanadier gewannen das Freundschaftsspiel mit 4:3 nach Verlängerung.
Tobias Viklund von den Kölner Haien (links) und der deutsche NHL-Profi Leon Draisaitl (vorne rechts) von den Edmonton Oilers kämpfen um den Puck. Die Kanadier gewannen das Freundschaftsspiel mit 4:3 nach Verlängerung. FOTO: AP / Michael Probst
Köln. Nach dem Gastspiel der Edmonton Oilers bei den Kölner Haien waren alle Beteiligten zufrieden.

Eine Nacht durfte Leon Draisaitl das Team verlassen. Zur Freude der Eltern schlief er daheim im eigenen Bett. „Wir konnten ein bisschen quatschen. Es war schön, ihn hier zu sehen“, sagte Vater Peter zu den tollen Tagen mit dem Sohn in Köln. Doch die Heimkehr des deutschen Eishockey-Jungstars mit seinen Edmonton Oilers sorgte weit über die Familie hinaus für breit lächelnde Gesichter.

„Ich hoffe, dass es den Jungs gefallen hat, die deutsche Kultur zu erleben, die Kölner Kultur“, sagte Leon Draisaitl nach dem knappen Sieg mit dem NHL-Team aus Kanada gegen seinen Heimatverein Kölner Haie (4:3 n.V.). Und die Mitspieler durften nicht nur die Atmosphäre in der Halle genießen, sondern weit mehr.

Draisaitl verdingte sich als Fremdenführer, war mit dem Tross der Oilers immer mal wieder unterwegs. „Wir hatten schon einiges an Zeit, um Köln ein bisschen zu sehen. Wir haben ein paar Sachen unternommen, in den Dom sind wir logischerweise gegangen“, berichtete der Stürmer.



Der große Trubel um seine Person, um das Duell mit seinem Vater, Trainer der Haie, ging fast spurlos am 22-Jährigen vorbei. Draisaitl war einfach dankbar für die einmalige Chance, und er konnte den Besuch in seiner Geburtsstadt trotz aller Pflichten richtig genießen.

„Es waren wirklich coole Momente für meine Freunde und meine Familie“, sagte der Stürmer. So etwa, wie er bei der Mannschaftsvorstellung vom Publikum gefeiert wurde. Den mitgereisten Journalisten aus Nordamerika musste Draisaitl erklären, was da passiert war. „Ich bin das von den deutschen Fans gewöhnt. Aus irgendeinem Grund rufen sie gerne richtig laut den Nachnamen.“

Von der Stimmung in der Halle seien seine Teamkollegen angetan gewesen. „Einige Jungs haben schon nach dem Warm-up gesagt: ‚wow, was geht denn hier ab?‘“, erzählte Draisaitl und sprach einen vorsichtigen Wunsch aus: „Hoffentlich entsteht so ein Event nochmal.“

Die Stars aus Edmonton versprühten dagegen spielerisch nur selten Glanz, die Haie waren ein überraschend hartnäckiger Gegner und dementsprechend stolz. „Ich bin sehr zufrieden“, sagte Peter Draisaitl: „Die Truppe macht Spaß. Wir haben nach dem ersten Drittel angesprochen, dass wir uns durchaus ein bisschen mehr zutrauen können gegen die Oilers.“ Ein Sieg wäre nicht unverdient gewesen.

Draisaitl Junior, der mit den Oilers am Samstag zum NHL-Auftakt in Göteborg gegen die New Jersey Devils antritt, fiel vor allem mit der sehenswerten Vorlage zum 1:0 durch seinen Nationalmannschaftskollegen Tobias Rieder auf – ein Tor gelang ihm nicht, Spaß hatte er dennoch. „Drei meiner besten Freunde sind im Team, mein Vater steht hinter der Bank“, sagte der Rückkehrer und lobte die Haie: „Sie haben ein echt gutes Spiel gemacht.“

Und auch Vater Peter verneigte sich. „Generell waren das wirklich überragende Tage, die wir mit den Oilers verbracht haben“, sagte der 52-Jährige und bemerkte augenzwinkernd: „Die Oilers sind aus irgendeinem Grund mein Lieblingsteam in der NHL. Ich wünsche ihnen eine großartige Saison.“