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Champions-League-Knaller in Liverpool
Das große Trainer-Duell an der Anfield Road

Die alten Weggefährten Jürgen Klopp und Thomas Tuchel (rechts, hier beim Bundesliga-Spiel zwischen Dortmund und Mainz 05) begegnen sich immer wieder – so auch heute in einem Champions-League-Knaller.
Die alten Weggefährten Jürgen Klopp und Thomas Tuchel (rechts, hier beim Bundesliga-Spiel zwischen Dortmund und Mainz 05) begegnen sich immer wieder – so auch heute in einem Champions-League-Knaller. FOTO: dpa / Fredrik von Erichsen
Liverpool. Am ersten Spieltag der Königsklasse trifft der FC Liverpool mit Jürgen Klopp auf Paris St. Germain mit Thomas Tuchel. sid

Mainz, Dortmund und das Schwabenland – zwischen Jürgen Klopp und Thomas Tuchel gibt es viele Gemeinsamkeiten. Dazu zählen auch ihre Fähigkeiten als Fußball-Trainer. „Beide sind außergewöhnlich gut. Das, was der eine besser kann, gleicht der andere auf einem anderen Gebiet wieder aus“, sagt Schalkes Sportvorstand Christian Heidel, der beide aus früheren Mainzer Zeiten kennt.

Heute Abend (21 Uhr/DAZN) stehen sich beide Fußballlehrer im Duell zwischen dem FC Liverpool und Paris St. Germain an der legendären Anfield Road zum brisanten Vergleich in der Champions League gegenüber. Auch sportlich befinden sich beide in dieser Saison im Gleichschritt. Klopp landete mit den Reds in der Premier League fünf Siege in fünf Spielen, ebenfalls 15 Punkte aus fünf Partien holte Tuchel mit PSG in der Ligue 1.

Weitere Gemeinsamkeit: Beide kommen aus dem Schwabenland. Während Klopp vor 51 Jahren in Stuttgart das Licht der Welt erblickte, war es beim sechs Jahre jüngeren Tuchel das knapp 140 Kilometer entfernte Krumbach bei Ulm. Beide Trainer sammelten ihre ersten Erfahrungen im Profibereich als Trainer bei Bundesligist FSV Mainz 05.



Klopp übernahm den damaligen Zweitligisten 2001 und stieg drei Jahre später in die Bundesliga auf, Tuchel übernahm den Verein ein Jahr nach Klopps Abgang zum BVB. Und auch beim BVB kreuzten sich ihre Wege. Nach sieben Jahren inklusive zwei Meisterschaften und DFB-Pokalsiegen zog es Klopp weiter in die Premier League zu Liver­pool. Tuchel folgte diesmal direkt auf Klopp und gewann in zwei Jahren bei den Schwarz-Gelben ebenfalls den DFB-Pokal. Nach Querelen mit der Vereinsführung musste Tuchel die Borussen verlassen und heuerte bei PSG an. Die Vergleiche mit seinem Vorgänger stören Tuchel: „Ich kenne wenige Menschen, die so eine Wirkung auf andere haben wie Jürgen.“ Sein Nachfolger zu sein, sei „wie Wetten, dass...? nach Thomas Gottschalk zu moderieren“.

Für Paris war in der vergangenen Champions-League-Saison Endstation im Achtelfinale – zu wenig für Präsident Nasser Al-Khelaifi. Unai Emery scheiterte trotz Meistertitel und Pokalsieg an den hohen Erwartungen, Tuchel übernahm im Sommer. „Paris hat die Spieler und den Trainer, um in Liverpool etwas zu erreichen“, sagt Al-Khelaifi und lobt Tuchel überschwänglich: „Wir haben den besten Trainer der Welt.“ Die Bilanz spricht jedoch für Klopp – mit acht Siegen, drei Remis und nur einer Pleite in bisher zwölf Partien.