| 21:18 Uhr

Champions League
Die Patrone Koller muss nun sitzen

Basels Verteidiger Silvan Widmer (li.), von Udinese gekommen, schied gegen PAOK Saloniki mit Gegenspieler Leo Jaba (re.) überraschend aus.
Basels Verteidiger Silvan Widmer (li.), von Udinese gekommen, schied gegen PAOK Saloniki mit Gegenspieler Leo Jaba (re.) überraschend aus. FOTO: AP / Georgios Kefalas
Basel. Der FC Basel, vergangene Saison noch Champions-League-Achtelfinalist, scheitert diesmal schon in der Qualifikation. sid

In der vergangenen Saison verabschiedete sich der FC Basel mit einem dicken Ausrufezeichen aus der Champions League, in dieser Spielzeit ist das Schweizer Aushängeschild nach einer unfassbaren Blamage in der Königsklasse nur Zuschauer. Der 20-malige Meister kassierte ausgerechnet am Schweizer Nationalfeiertag gegen PAOK Saloniki im Rückspiel der zweiten Qualifikations-Runde zu Hause ein peinliches 0:3. Das Hinspiel in Griechenland hatte Basel mit 1:2 verloren.

Noch vor der Pleite gegen die Griechen hatte Basel nach Informationen des Blick Marcel Koller (57) als neuen Trainer unter Vertrag genommen, gestern wurde seine Verpflichtung offiziell. Der frühere Bundesliga-Trainer des VfL Bochum und 1. FC Köln unterzeichnete einen Zweijahresvertrag mit Option auf eine weitere Saison. „Wir freuen uns, dass wir mit Marcel Koller und seinen beiden Assistenten Thomas Janeschitz und Carlos Bernegger sehr erfahrene Trainer verpflichtet haben, die den FCB wieder auf Kurs bringen sollen“, erklärte Sportchef Marco Steller.

Gegen Saloniki saß noch Alexander Frei auf der Bank der erfolgsverwöhnten Basler. Der frühere BVB-Torjäger und eigentliche Nachwuchstrainer und Verwaltungsrat war in der Vorwoche von Präsident Bernhard Burgener und Marco Streller nach der Niederlage in Saloniki zum Interimstrainer bestellt worden, nachdem „eine interne Analyse“ nach fünf Pleiten in Folge den Rausschmiss von Cheftrainer Raphael Wicky zur Folge hatte.



Wicky, ehemaliger Profi des Hamburger SV und von Werder Bremen, war in der Vorsaison mit Außenseiter Basel zwar im Champions-League-Achtelfinale erwartungsgemäß an Manchester City gescheitert, hatte das Rückspiel beim Team von Pep Guardiola aber 2:1 gewonnen. „Das kann ich mal meinen Kindern erzählen, dass ich den Mann mit der Glatze geschlagen habe“, witzelte Wicky anschließend, nachdem er zuvor mit Basel das Hinspiel 0:4 verloren hatte. Nach nur rund einem Jahr war das Kapitel Wicky beim ambitionierten FC Basel, der von 2010 bis 2017 acht Mal in Folge die Schweizer Meisterschaft gewonnen hatte, beendet.

In Koller hat Basel nun seinen Wunschtrainer gefunden. Der Schweizer Blick bewertet die Personalie als einen „Sieg für Sportchef Streller“, der ebenso wie Clubboss Burgener erst seit Sommer 2017 in Amt und Würden ist. „Die nächste Patrone muss sitzen“, sagte Frey nach der Trennung von Wicky.

Gemeinsam mit Medienunternehmer Burgener und Frei hatte Streller ein Jahr zuvor den Rausschmiss von Erfolgstrainer Urs Fischer beschlossen, der ein Jahr später bei Zweitligist Union Berlin gelandet ist. Nachfolger Wicky, vom Nachwuchs- zum Profitrainer befördert, konnte die Erwartungen aber nicht erfüllen. 15 Punkte betrug am Ende der Rückstand auf Champion Young Boys Bern.

Die aktuelle Meisterschaft begann für Basel, das in Michael Lang (Borussia Mönchengladbach), Mohamed Elyounoussi (FC Southampton) und Tomas Vaclik (FC Sevilla) drei Stützen verloren hat, mit einem 1:2 gegen den FC St. Gallen. Drei Tage später folgte das 1:2 in Saloniki.