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Fußball-Bundesliga
Die Debatte um die 50+1-Regel wird schärfer

Gladbachs Max Eberl (links) und Dortmunds Hans-Joachim Watzke sind für die 50+1-Regel.
Gladbachs Max Eberl (links) und Dortmunds Hans-Joachim Watzke sind für die 50+1-Regel. FOTO: Arne Dedert / dpa
Düsseldorf. Rauball, Watzke und Eberl kontern Rummenigges Kritik. Öffnung für Investoren ist für Bundesliga-Manager kein Allheilmittel.

In der kontroversen Debatte um die 50+1-Regel des deutschen Fußballs wird der Tonfall bissiger. Speziell zwischen den Branchengrößen Bayern München und Borussia Dortmund nimmt der Disput an Schärfe zu. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Reinhard Rauball, in Personal­union Borussia- und DFL-Präsident, konterten dabei Aussagen von Karl-Heinz Rummenigge.

Der Bayern-Vorstandschef war mit einer These vorgeprescht. Die Bundesliga solle sich für Investoren öffnen, andernfalls werde sie international immer mehr den Anschluss verlieren und auf nationaler Ebene langweilig bleiben.

Als vorerst letzter Rummenigge-Kritiker meldete sich Sportdirektor Max Eberl von Borussia Mönchengladbach zu Wort. Für ihn sei die Öffnung der Liga für Großinvestoren, die das Sagen in den Vereinen übernehmen wollten, keineswegs der einzige Weg, um wieder konkurrenzfähig zu werden. „Die Bayern haben ihren aktuellen Status ja auch innerhalb 50+1 erreicht“, gab Eberl zu bedenken. Er sei dagegen, dass ein „über Jahrzehnte bewährtes System gekippt und die Liga mit Groß-Investoren geflutet wird“. Es gebe dadurch keinen Automatismus, dass Superstars wie Cristiano Ronaldo oder Neymar in der Bundesliga spielen würden.



Eberl zweifelt daran, dass Scheichs oder Oligarchen mit Millionen oder gar Milliarden für eine größere Liga-Attraktivität sorgen würden: „Wir haben eine Liga, die nah an den Fans dran ist, in der es Emotionen gibt – das setzt uns ab von anderen großen Ligen, und das sollten wir uns bewahren.“ Dieses Bewahren ist eigentlich geklärt. Denn die Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga hatte sich am 22. März in Frankfurt mehrheitlich für eine Grundsatzdebatte unter Beibehaltung der 50+1-Regel ausgesprochen. Das ist, zumindest für Watzke, die Basis für die nahe Zukunft.

„Was an einem demokratisch herbeigeführten Beschluss so schlimm sein soll, das weiß ich nicht. Wir müssen aufpassen, dass wir die Bundesliga nicht so sehr spalten, wie sich gerade die deutsche Gesellschaft zu spalten scheint“, sagte Watzke der Tageszeitung „Die Welt“ (Mittwochsausgabe).