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Sieben Deutsche in der NBA
Der alte Mann und die wilden Sechs

Dirk Nowitzki ist verletzungsbedingt vorerst zum Zuschauen verurteilt.
Dirk Nowitzki ist verletzungsbedingt vorerst zum Zuschauen verurteilt. FOTO: dpa / Kin Cheung
Dallas. Erstmals spielen sieben deutsche Profis in der Basketball-Liga NBA. Dirk Nowitzki stellt dabei einen besonderen Rekord auf. dpa

So viele Profis aus Deutschland wie nie zuvor gehen in die neue Saison der Basketball-Profiliga NBA. Der Merkur beleuchtet die Aussichten vor dem Saisonstart in der Nacht zu Mittwoch.

DIRK NOWITZKI (40 Jahre alt/Dallas Mavericks/21. NBA-Saison): Der Würzburger wird seiner großen Karriere mindestens einen Rekord hinzufügen. Als erster Spieler der Geschichte geht Nowitzki in seine 21. NBA-Saison für denselben Club. Nur drei Profis haben überhaupt jemals zuvor so eine lange NBA-Laufbahn absolviert. Nach einer Knöchel-Operation im April ist er zum Saisonstart noch nicht wieder fit und muss mindestens noch zwei Wochen pausieren. Trainer Rick Carlisle plant seinen Routinier erstmals dauerhaft als Reservist von der Bank ein. Die Chancen auf Erfolge sind aber so hoch wie lange nicht mehr: Luka Doncic und DeAndre Jordan sorgen für neue Qualität bei den Mavs. „Hoffentlich geht es für uns in die richtige Richtung“, sagt Nowitzki.



DENNIS SCHRÖDER (25/Oklahoma City Thunder/6. Saison): Für die Atlanta Hawks war der Aufbauspieler ein Anführer – bei seiner neuen Mannschaft steht Schröder im Schatten von Russell Westbrook. Doch die beiden Aufbauspieler ergeben eines der explosivsten Duos der NBA (siehe auch Text oben).

MAXIMILIAN KLEBER (26/Dallas Mavericks/2. Saison): Der zweite gebürtige Würzburger in Dallas ist weniger für offensive Glanzmomente als defensive Arbeit zuständig. In seiner ersten Saison stand Kleber beachtliche 36 Mal in der Startformation und darf nun auch durch Pausen von Nowitzki immer wieder auf Einsatzzeiten hoffen, gerade zu Saisonbeginn. Vor allem an seinem Dreipunktewurf hat der frühere Münchner im Sommer gearbeitet.

DANIEL THEIS (26/Boston Celtics/2. Saison): Ein Meniskusriss beendete sein gutes erstes NBA-Jahr bereits im März, nun ist das Knie ausgeheilt. Mit harter Verteidigung überzeugte der frühere Bamberger bislang auch die Celtics-Fans, erhielt als ein Publikumsliebling eigene Spitznamen wie „Vanilla Theis“. Mit Boston besitzt Theis Chancen auf den Einzug ins NBA-Finale.

ISAIAH HARTENSTEIN (20/Houston Rockets/NBA-Neuling): Für sein erstes US-Jahr in der Ausbildungsliga G-League wurde der Center mit einem festen NBA-Vertrag belohnt. Der 2,13-Meter-Hüne Hartenstein spielt bei den Houston Rockets an der Seite von Superstar James Harden um den Titel, muss aber um Minuten auf dem Feld kämpfen.

MORITZ WAGNER (21/Los Angeles Lakers/NBA-Neuling): Legende Magic Johnson hieß ihn bei den Lakers willkommen, Superstar LeBron James spielt an seiner Seite: Der NBA-Traum erfüllt sich für den Berliner beim schillerndsten Team der Liga. Nach einer erfolgreichen College-Karriere wurde der Center in der ersten Runde der jährlichen Talente-Vergabe (Draft) ausgewählt und sollte den Sprung in die Rotation der Lakers schaffen. Zuletzt bremste Wagner jedoch eine Knieblessur noch aus.

ISAAC BONGA (18/Los Angeles Lakers/NBA-Neuling): In den Testspielen genoss der Ex-Frankfurter in Kurzeinsätzen die NBA-Atmosphäre. Sein Auftakt in Übersee wird für den Flügelspieler zum Lernjahr. Bonga dürfte vor allem in der Entwicklungsliga G-League auflaufen. Der Jung-Nationalspieler ist nicht der einzige Profi seiner Familie: Der ältere Bruder Tarsis spielt beim Fußball-Drittligisten FSV Zwickau.