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Handball-EM der Frauen
DHB-Frauen auf Halbfinalkurs

Komm in meine Arme: Die deutschen Spielerinnen Xenia Smits und Emily Bölk jubeln nach einem Torerfolg. Die DHB-Auswahl zeigte gegen Spanien vor allem in der ersten Halbzeit eine bärenstarke Leistung.
Komm in meine Arme: Die deutschen Spielerinnen Xenia Smits und Emily Bölk jubeln nach einem Torerfolg. Die DHB-Auswahl zeigte gegen Spanien vor allem in der ersten Halbzeit eine bärenstarke Leistung. FOTO: dpa / Marco Wolf
Nancy. Die deutschen Handballerinnen schlagen Spanien bei der EM mit 29:23 und haben den Einzug in die Vorschlussrunde nun in der eigenen Hand.

Der Traum vom Halbfinale lebt: Die deutschen Handballerinnen haben bei der EM in Frankreich einen Traumstart in die Hauptrunde hingelegt. Die Mannschaft von Bundestrainer Henk Groener gewann am Freitag in Nancy mit 29:23 (17:9) klar gegen Spanien und ist vor den beiden ausstehenden Spielen der zweiten Turnierphase ein ernster Kandidat für den Sprung ins Halbfinale.

„Wir haben eine wahnsinnig gute erste Halbzeit gesehen, das hat keiner erwartet, die Mädels haben sich in einen Rausch gespielt“, sagte Bundestrainer Groener: „Auch die Abwehr stand super. In der zweiten Hälfte haben wir gesehen, dass die Spanier gleich wieder da sind, wenn wir nachlassen. Aber wir haben uns durchgekämpft.“

Top-Talent Emily Bölk sowie Meike Schmelzer und Angie Geschke waren mit je vier Treffern die besten Torschützinnen der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die dank einer bärenstarken ersten Hälfte gegen die weiterhin punktlosen Spanierinnen nun bei 4:2 Zählern steht – und damit den Einzug unter die vier besten Teams in der eigenen Hand hat.



Mit zwei Siegen in den ausstehenden Begegnungen der Hauptrunden-Gruppe II am Sonntag (15 Uhr) gegen Ungarn und am Mittwoch (21 Uhr/beide auf sportdeutschland.tv) gegen Vize-Europameister Niederlande wäre Deutschland das Halbfinale nicht zu nehmen. Die besten beiden Mannschaften der zwei Sechsergruppen qualifizieren sich für die Finalrunde.

Groeners Mannschaft ging ohne Druck in die Partie gegen den Olympia-Dritten von 2012. Sie hatte mit dem Einzug unter die besten zwölf Teams des Turniers ihr erstes Ziel bereits erreicht, und das war dem jungen Team nach dem zuletzt wackligen Auftritt am Mittwoch gegen Tschechien (30:28) anzumerken. Deutschland spielte unbekümmert und zog früh auf 4:1 (7.) weg.

Die Spanierinnen scheiterten bei ihren Offensivbemühungen hingegen immer wieder an Dinah Eckerle. Die Torhüterin der SG BBM Bietigheim, die am Ende als Spielerin des Spiels ausgezeichnet wurde, fand mit mehreren Paraden hervorragend in die Partie. Die Spanierinnen strahlten aus dem Rückraum kaum Gefahr aus und blieben neun Minuten ohne eigenen Treffer.

Die DHB-Auswahl bestrafte das: Zwar nutzte sie nicht all ihre teilweise hochkarätigen Chancen, doch es genügte, um beim 13:6 (27.) zwischenzeitlich mit sieben Treffern in Führung zu gehen. Spanien fand in der Deckung gegen die variable Offensive des Groener-Teams keine Mittel und ging mit einem Acht-Tore-Rückstand in die Kabine.

Nach der Pause verlor die deutsche Mannschaft etwas ihre Kaltschnäuzigkeit, auch die Deckung stand nicht mehr so sicher. Spanien erzielte innerhalb von 19 Minuten schon so viele Treffer wie in Abschnitt eins, konnte den Rückstand zunächst aber nicht verkürzen. Die deutsche Mannschaft ging nach einem Treffer der Zweibrückerin Amelie Berger mit einer Sechs-Tore-Führung (26:20) in die letzten Minuten, in denen sie den Vorsprung leidenschaftlich verteidigte.