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Biathlon-Weltcup
Ungewollt „übelst im Mittelpunkt“

Denise Herrmann steht in den Einzelrennen der neuen Saison mehr im Fokus als sonst.
Denise Herrmann steht in den Einzelrennen der neuen Saison mehr im Fokus als sonst. FOTO: dpa / Tobias Nykänen
Pokljuka. In Abwesenheit von Laura Dahlmeier soll Denise Herrmann die deutschen Biathlon-Frauen anführen. sid

Eigentlich ist Denise Herrmann keine Frau, die „übelst im Mittelpunkt stehen“ will. Die Biathletin schätzt Ruhe und Abgeschiedenheit, drängt sich nirgends in den Vordergrund. Für ihre geliebte Großmutter macht Herrmann jedoch gerne eine Ausnahme – und forciert auch deshalb die Aktivität in den sozialen Netzwerken. „Ich habe das Glück, an tollen Orten zu sein“, sagt Herrmann: „Und meine Oma schaut da auch drauf. Sie will wissen, wie es mir geht.“

In diesen Tagen muss Großmutter Christine jedoch gar nicht das Handy zücken und die vielen Einträge ihrer Enkelin verfolgen, um genau Bescheid zu wissen. Am heutigen Donnerstag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) steht im slowenischen Pokljuka schließlich das erste Einzelrennen der Weltcup-Saison an, in der Herrmann zumindest bis zur Rückkehr von Superstar Laura Dahlmeier im Fokus stehen wird.

Dank ihrer gewaltigen Stärke in der Loipe gehört die ehemalige Langläuferin vor jedem Rennen zum Kreis der Favoritinnen – sie muss eben „nur“ alle Scheiben abräumen. „Wenn ich keine Fehler schieße“, sagt Herrmann selbstbewusst, „dann weiß ich genau, auf welchen Platz ich laufe“.



Zweimal war ihr das bislang in der jungen Karriere als Skijägerin gelungen, die damaligen Umstände dürfen durchaus als gutes Omen gedeutet werden. Auf kurze und lange Sicht. Denn Herrmann feierte beide Siege im vergangenen Jahr in Östersund, wo 2019 die WM stattfinden wird. Und bei beiden Erfolgen fehlte die Nummer eins. „Laura ist eine absolute Leistungsträgerin, ihr Ausfall schwächt die Truppe natürlich“, sagt Herrmann, der in einem starken deutschen Team nun eine Führungsrolle zukommen dürfte: „Unser Grundniveau ist insgesamt sehr hoch, sodass man solche Ausfälle auch mal kompensieren kann.“

Zumal die Vorbereitung trotz der schlechten Witterungsverhältnisse im norwegischen Sjusjoen zuversichtlich stimmte. Ganz wenige Trainingstage nur, berichtet Herrmann, „waren für mich persönlich für die Katz. Ich müsste gut gewappnet sein“. Auch weil sie ihre einzige Schwachstelle, das Schießen, mehr und mehr in den Griff bekommt.