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Basketballer fahren zur WM
Schröder fürchtet nichts und niemanden

Ismet Akpinar (links) und Dennis Schröder freuen sich über den Zittersieg gegen Israel.
Ismet Akpinar (links) und Dennis Schröder freuen sich über den Zittersieg gegen Israel. FOTO: dpa / Hendrik Schmidt
Leipzig. Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat sich erstmals seit 2010 wieder für eine WM qualifiziert. sid

Breiter hätte die Brust bei Dennis Schröder kaum sein können. Respekt vor der großen Aufgabe in China war überhaupt kein Thema, als die deutschen Basketballer nach ihrem Nervenflattern das WM-Ticket in der Tasche hatten. „Ach, Quatsch. Wenn wir alle beisammen haben, brauchen wir uns vor keinem zu verstecken“, sagte der NBA-Profi, musste nach kurzer Überlegung aber lachen: „USA natürlich, aber sonst vor keinem.“

Erstmals seit 2010 und zum sechsten Mal insgesamt spielt das Nationalteam auf der zweitgrößten Bühne hinter Olympia und bleibt im Rennen für Tokio 2020. Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Amtsantritt von Bundestrainer Henrik Rödl gelang der Sprung nach einem Spektakel gegen Israel. Mehrmals sahen die Gastgeber in Leipzig wie der Verlierer aus, am Ende gelang ein 112:98 (92:92, 35:54) nach Verlängerung, der achte Sieg im achten WM-Qualifikationsspiel sorgte für die vorzeitige Entscheidung.

„Es ist eine ganz, ganz, ganz besondere Leistung“, betonte Rödl. Der Europameister von 1993 war zufrieden, auch wenn er sich einen anderen Auftritt gewünscht hatte – gerade in der ersten Hälfte. „Ich kann gar nicht sagen, wie stolz ich auf den Charakter des Teams bin“, sagte der 49-Jährige. Über die lange Zeit furchtbar schlechte Leistung wollte Rödl gar nicht groß reden: „Wir sollten feiern, dass wir uns für die WM qualifiziert haben. Es gibt nur lachende Gesichter, das ist ja klar.“



Das stimmte nicht ganz. Während Rödl seine Spieler lobte und auf das Große und Ganze blickte, kochte Robin Benzing. „Es war absolut unverdient für uns, keine Frage. Es war einfach nur Glück“, beschwerte sich der Kapitän über die Vorstellung, zwischenzeitlich hatte die Auswahl des Deutschen Basketball-Bundes mit 23 Punkten zurückgelegen: „Wir können so nicht spielen. Wir haben den Israelis alles gegeben, was sie wollten.“

Im Gegensatz zu Schröder, trotz großer Probleme mit 30 Punkten und 13 Assists mal wieder der entscheidende Mann, war Benzing auf die Chancen bei der Endrunde (31. August bis 15. September 2019) angesprochen weniger optimistisch. Es sei „gar nix“ zu holen, „wenn wir so spielen wie heute“.

Mit etwas Abstand dürfte der Ärger verfliegen. Insgesamt verlief die Qualifikation unerwartet glatt, das Schwergewicht Serbien wurde gleich zwei Mal geschlagen. „Wir haben sehr viel Talent in der Mannschaft, aber wir müssen es nutzen“, warnte Benzing. NBA-Profi Maximilian Kleber von den Dallas Mavericks sah es ähnlich: „Wir können überraschen, aber es gehört immer einiges dazu. Es muss alles zusammenpassen.“ Vor allem der Kader, denn in Leipzig fehlten einige Hochkaräter – darunter die NBA-Spieler Moritz Wagner, Isaac Bonga, Daniel Theis und Isaiah Hartenstein sowie Ex-NBA-Profi Paul Zipser.