| 23:12 Uhr

Die Roten Teufel
Der FCK taumelt weiter – 1:6 gegen Hoffenheim

 Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Lauterns Christoph Hemlein war nach der 1:6-Klatsche im DFB-Pokal gegen die TSG Hoffenheim entsetzt. Der FCK muss nun im Derby gegen Karlsruhe unbedingt in die Erfolgsspur zurückfinden.
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Lauterns Christoph Hemlein war nach der 1:6-Klatsche im DFB-Pokal gegen die TSG Hoffenheim entsetzt. Der FCK muss nun im Derby gegen Karlsruhe unbedingt in die Erfolgsspur zurückfinden. FOTO: dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern. Der 1. FC Kaiserslautern steckt nach der Abfuhr im DFB-Pokal weiter tief in der Krise. Für Coach Michael Frontzeck könnte es eng werden.

Die Euphorie vom Saisonstart ist beim Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern komplett verflogen. Der FCK unterlag in der ersten Runde des DFB-Pokals zu Hause gegen die TSG Hoffenheim mit 1:6 (1:3). Der Champions-League-Teilnehmer ließ den Roten Teufeln am Samstag vor 22 818 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion nicht den Hauch einer Chance. Mit drei Treffern war Joelinton (6./22./56. Minute) der erfolgreichste Torschütze der Gäste. Für die weiteren Tore sorgten Nico Schulz (13.), Pavel Kaderabek (51.) und Joshua Brenet (63.). Den Treffer für die überforderten Pfälzer schoss Lukas Spalvis (33.) zum 1:3.

„Wir haben das Thema Geduld vor dem Spiel weggelassen. Wir wollten eine schnelle Entscheidung“, sagte Hoffenheim-Trainer Julian Nagelsmann. Sein Kollege Michael Frontzeck sah einen „Zwei-Klassen-Unterschied“ und gab zu: „Der Sieg geht auch in dieser Höhe voll in Ordnung.“

Kaiserslautern hatte einen Überraschungserfolg angestrebt, erlebte aber nach dem mäßigen Saisonstart in der 3. Liga auch im Pokal ein Debakel. Es war die höchste Niederlage für Lautern in einem Pokal-Heimspiel.



Die Hoffenheimer hingegen zeigten sich trotz der prominenten Ausfälle von Nadiem Amiri, Kerem Demirbay und Andrej Kramaric in guter Frühform – ohne jedoch wirklich gefordert zu sein.

Herausragender 1899-Akteur war Joelinton, der den Torreigen in der 6. Minute mit dem Führungstor eröffnete. Es war in seinem ersten Pokal-Spiel sein erster Treffer. Der 22 Jahre alte Brasilianer ist seit 2015 in Hoffenheim unter Vertrag, war zwei Jahre an Rapid ausgeliehen und soll nun seine Qualitäten in der Bundesliga zeigen.

Nach dem 2:0 durch Nico Schulz, der eine Hereingabe von Kaderabek aus kurzer Distanz nur noch über die Torlinie drücken musste, erhöhte Joelinton auf 3:0. Die einzig sehenswerte Szene hatten die Gastgeber in der 33. Minute, als Spalvis nach einem Freistoß von Florian Dick zum 1:3 einköpfte. Danach erhöhten Kaderabek, Joelinton und Brenet zum 6:1-Endstand.

Die Roten Teufel waren gegen den Champions-League-Teilnehmer zwar als klarer Außenseiter in die Partie gegangen. Die Chancenlosigkeit und die eigene Vorstellung beim 1:6 machten dennoch sprachlos und dürften für weitere Unruhe in der Pfalz sorgen.

Nach der bitteren Lehrstunde und dem schwachen Saisonstart mit nur einem Sieg aus vier Partien und Tabellenplatz 15 muss den Pfälzern schnellstmöglich die Trendwende gelingen. Sollte auch das Südwest-Derby gegen den Karlsruher SC am kommenden Samstag verloren gehen, dürfte es auch für Trainer Michael Frontzeck eng werden.

„Das ist jetzt eine schwierige Phase. Auch weil wir jetzt ein Spiel vor der Brust haben, das wir unbedingt gewinnen sollten“, resümierte Frontzeck, der sich dem Ernst der Situation durchaus bewusst ist. Die Kritik an der Arbeit des 54-Jährigen wächst. Denn trotz zum Teil desolater Einzelleistungen in den letzten Spielen hält er an seiner taktischen Formation fest.

Gegen Hoffenheim peilte er einen Überraschungserfolg und eine Wiedergutmachung für die zuletzt blamablen Auftritte an. Doch die Realität auf dem Betzenberg war eine andere.

 Bei einer Niederlage gegen den KSC droht die Stimmung beim taumelnden Traditionsclub endgültig zu kippen. „Die Zuschauer haben ein feines Gespür gezeigt. Das wird anders, sollten wir das Derby nicht gewinnen“, weiß auch Sportdirektor Boris Notzon.