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Internationaler Fußball
Der erste Stein im Transferdomino

Ronaldos Wechsel könnte ein Dominoeffekt folgen, der auch die Zukunft anderer Stars beeinflusst.
Ronaldos Wechsel könnte ein Dominoeffekt folgen, der auch die Zukunft anderer Stars beeinflusst. FOTO: dpa / Francisco Seco
Turin. Ronaldos Wechsel zu Juventus Turin könnte eine Kettenreaktion auslösen.

Urlauber Cristiano Ronaldo brach nach dem 117 Millionen Euro schweren Transfer mit einem seiner ehernen Vorsätze. CR7, seit dem Tod seines Vaters José im Jahr 2005 strikter Anti-Alkoholiker, ließ sich im griechischen Feriendomizil lächelnd mit einem Glas Champagner ablichten.

Noch während der neue Superstar von Juventus Turin mit Klubboss Andrea Agnelli und seinem Agenten Jorge Mendes auf das „Meisterwerk“ (Gazzetto dello Sport) anstieß, zückte Florentino Perez das Scheckheft. Der Präsident von Real Madrid ist gewillt, auf der Suche nach einem „galaktischen“ Nachfolger für Ronaldo ganz tief in die Tasche zu greifen – und könnte ein europaweites Transferdomino auslösen.

Das erste Objekt der Begierde: Neymar. Kein anderer Spieler kommt dem gewaltigen Werbewert von Ronaldo näher als der Brasilianer. Die spanische Sportzeitung AS nannte Neymar den „perfekten Ersatz, fußballerisch und vom Marketing her“. Perez buhlt seit geraumer Zeit um Neymar – und hat damit dazu beigetragen, dass Ronaldo ihn im Stile einer beleidigten Diva um seinen Abschied ersuchte. Allerdings: Neymar (26), mit 222 Millionen Euro Ablöse teuerster Spieler der Geschichte, hat bei Paris Saint-Germain einen Vertrag bis 2022. PSG mit Neu-Trainer Thomas Tuchel hat mehrfach betont, ihn unter keinen Umständen gehen lassen zu wollen. Die Sportzeitung Mundo Deportivo berichtet nun jedoch, Paris habe dem FC Barcelona 270 Millionen Euro für Philippe Coutinho geboten. Als Neymar-Ersatz?



Eine einfachere Beute für Real wäre Belgiens Eden Hazard. Der 27-Jährige machte im Juni kein Hehl daraus, dass er „eines Tages für Real“ spielen wolle. „Das weiße Trikot ist etwas Besonderes“, sagte der Offensivspieler, der beim FC Chelsea bis 2020 gebunden ist. Dort würde er in der kommenden Saison aber nicht in der Champions League spielen.

Turin fiebert derweil nach dem „Jahrhunderttransfer“ der Landung des „Marsmenschen“ (Corriere della Sera) entgegen. Am Montag soll Ronaldo im Piemont erscheinen. Dort erwarten ihn neben den Tifosi, die ihn bereits nach seinem Traumtor im jüngsten Viertelfinale der Champions League gegen Juve gefeiert hatten, auch seine neuen Mannschaftskollegen.