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Novak Djokovic triumphiert in Wimbledon
Der Djoker ist zurück auf dem Thron

Wimbledon. Novak Djokovic hat zum vierten Mal das prestigeträchtige Grand-Slam-Turnier in Wimbledon gewonnen.

Der „Djoker“ ist wieder Trumpf, der alte Regent zurück auf seinem Tennis-Thron: Novak Djokovic hat seine mehr als zweijährige Grand-Slam-Durststrecke eindrucksvoll beendet und zum vierten Mal in seiner Karriere den Rasen-Klassiker in Wimbledon gewonnen. Der frühere Dominator aus Serbien setzte sich am gestrigen Sonntag in einem sehr einseitigen Finale gegen den Südafrikaner Kevin Anderson 6:2, 6:2, 7:6 (7:3) durch.

Nur 2:19 Stunden benötigte Djokovic am Ende, um den insgesamt 13. Grand-Slam-Titel seiner Karriere einzufahren. Es ist sein erster Major-Triumph seit den French Open im Mai 2016. Seinem Finalgegner Anderson war derweil die Erschöpfung deutlich anzumerken. Im Halbfinale hatte der Bezwinger von Vorjahressieger Roger Federer gegen den US-Amerikaner John Isner mit 6:36 Stunden das drittlängste Tennismatch in der Geschichte des Sports bestritten, in dem sich Anderson letztlich mit 7:6 (8:6), 6:7 (5:7), 6:7 (9:11), 6:4 und 26:24 durchgesetzt hatte. Die Rechnung für dieses Marathon-Match zahlte der US-Open-Finalist von 2017 nun offensichtlich im Finale.

Djokovic hatte wegen der Verspätung, die Andersons Partie verursacht hatte, erst am Samstag in der Fortsetzung seines Halbfinals gegen Rafael Nadal das Endspiel erreicht. Mit 6:4, 3:6, 7:6 (11:9), 3:6, 10:8 hatte Djokovic den spanischen Weltranglistenersten niedergerungen.



Nachdem er auch im Endspiel triumphiert hatte, herrschte beim „Djoker“ neben Freude auch pure Erleichterung: „Es war ein langer Prozess. Die vergangenen Jahre waren nicht einfach. Ich hatte viele Momente des Zweifels, wusste nicht, ob ich zurückkommen werde“, sagte Djokovic. Er ergänzte mit einem Schuss Pathos: „Es gibt keinen besseren Ort für ein Comeback als hier. Das ist ein heiliger Ort in der Welt des Tennis.“

Für Djokovic endet durch den vierten Erfolg im altehrwürdigen All England Lawn Tennis Club nach 2011, 2014 und 2015 eine für seine Verhältnisse ungewöhnlich lange Zeit ohne Titel. Vor dem erneuten Triumph in Wimbledon hatte Djokovic beim Rasenturnier in Eastbourne vor mehr als einem Jahr den letzten von bis dato 68 Turniersiegen gefeiert. Ab dem heutigen Montag wird er in der Weltrangliste wieder auf Rang zehn geführt und scheint endgültig zurück auf dem Weg zu alter Form und Stärke.

In den vergangenen Monaten hatte der frühere Seriensieger der Tennis-Welt oft Rätsel aufgegeben. Der ehemalige Schützling der deutschen Ikone Boris Becker war zunehmend in ein nahezu unerklärliches Leistungsloch gerutscht. Nach einer Ellenbogen-Operation im Januar kam er weiter aus dem Tritt. Ende Mai fiel er erstmals seit zwölf Jahren aus den Top-20 der Weltrangliste, kämpfte sich zuletzt Schritt für Schritt – aber doch äußerst mühsam – zurück in Richtung Weltspitze.

Im Finale gegen Anderson war Djokovic vor den Augen von zahlreichen Prominenten und Royals von Beginn an in allen Belangen überlegen. Während dem Südafrikaner in den ersten beiden Sätzen 25 sogenannte „Unforced Errors“ (einfache Fehler) unterliefen, zeigte sich der frühere Weltranglistenerste extrem nervenstark. Seine vier Breakbälle im Match nutzte Djokovic allesamt eiskalt. Bereits nach etwas mehr als einer Stunde führte er so bereits mit 2:0 nach Sätzen.

Anderson kam dagegen mit seinem sonst so starken Aufschlag kaum zu einfachen Punkten, schlug bis zum dritten Satz nur vier Asse. Am Ende waren es deren zehn. Für den 2,03 Meter großen Aufschlaghünen ein eher bescheidener Wert. In den längeren Ballwechseln spielte Djokovic zudem seine technische Überlegenheit gekonnt aus. Echte Spannung kam deshalb selbst im abschließenden Tiebreak nur selten auf. Am Ende saß der Djoker wieder auf dem Tennisthron, während der Südafrikaner die Zeche für  sein Marathon-Match im Halbfinale zahlte.