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NBA
Dallas verneigt sich vor Nowitzki - 21. Saison mit Mavs

Im Herbst seiner NBA-Karriere hat Dirk Nowitzki auch einen neuen Spitznamen erhalten: „The Big Mummy“. Foto: Frank Franklin I/AP
Im Herbst seiner NBA-Karriere hat Dirk Nowitzki auch einen neuen Spitznamen erhalten: „The Big Mummy“. Foto: Frank Franklin I/AP FOTO: Frank Franklin Ii
Dallas. Es sind emotionale Worte, mit denen die Dallas Mavericks ihren Basketball-Helden Dirk Nowitzki nach nun schon zwei Dekaden in die Sommerpause verabschieden. Von Thomas Wolfer und Florian Lütticke, dpa

„Danke, dass du uns 20 Jahre gegeben hast, wir würden 20 weitere nehmen“, wird unter anderem auf der Rückseite der blauen T-Shirts stehen, die beim letzten NBA-Saisonspiel der Texaner gegen die Phoenix Suns verteilt werden. „Dallas for Dirk“ ist in großen Buchstaben auf die Vorderseite gedruckt. Dallas für Dirk. Es ist eine Hommage an den Mann, der im Herbst als erster NBA-Profi überhaupt voraussichtlich auch seine 21. Saison beim gleichen Club beginnt.

Im Trikot auf dem Parkett stehen wird Nowitzki aber nicht, denn nach einer Knöcheloperation ist die Spielzeit für den 39-Jährigen beendet. Der Eingriff war geplant - und soll der Vorbereitung auf den Herbst dienen. „Er soll ihm helfen, sich nächste Saison besser zu fühlen“, sagte Trainer Rick Carlisle. Wie der Meistercoach von 2011 gehen fast alle im Club-Umfeld davon aus, dass Nowitzki noch nicht zurücktritt.

Er selbst bekräftige das am Montag. „Ich habe ja letztes Jahr für zwei Jahre unterschrieben und ich würde gerne nächstes Jahr spielen“, sagte der 39-Jährige in einem auf der Internetseite seiner Stiftung veröffentlichen Interview. Der Dank der texanischen Metropole ist ihm gewiss. „Danke, dass du Dallas als deine Heimat angenommen hast. Danke, dass du unglaubliche 20 Jahre in Dallas geblieben bist“, wird deswegen auf den rund 20 000 Shirts stehen.



Nur zu gerne wäre Nowitzki in diesem Jahr wieder in die Playoffs eingezogen, doch die Texaner gehören wie in der Saison zuvor zu den schlechtesten Teams der Liga. Nach dem Titelgewinn vor sieben Jahren ging es stetig bergab, auch in diesem Sommer hoffen Nowitzki und Co. auf gute Transfers. In der Vergangenheit klappte das jedoch fast nie, sein Traum von der zweiten Meisterschaft dürfte sich nicht erfüllen.

Nowitzki ist zwar immer noch ein wichtiger Teil des Teams und der emotionale Anführer, sportlich kann der in die Jahre gekommene Kapitän aber längst nicht mehr so dominieren wie zu Glanzzeiten vor zehn Jahren. Dass er den Club nie verließ und immer alles gab, wird man dem ehemaligen Nationalspieler aber nie vergessen. Eine Bronzestatue vor dem American Airlines Center ist ihm längst sicher.

Obwohl Nowitzki im Juni bereits 40 Jahre alt wird, hatte er in den vergangenen Monaten wenige gesundheitliche Probleme und absolvierte bis zum Eingriff am vergangenen Donnerstag, bei dem Entzündungen im Knöchel beseitigt wurden, 77 von 78 NBA-Begegnungen. Die Erfüllung seines noch bis 2019 laufenden Vertrages hatte Nowitzki immer daran geknüpft, wie es ihm körperlich gehe. „Wenn ich nächste Saison zurückkomme, wird es wohl mein letztes Jahr“, sagte Nowitzki zuletzt. Doch das meinte er schon mehrfach - und machte immer weiter.

„Im Herzen wird er wahrscheinlich niemals aufhören wollen – auch nicht in zehn Jahren“, sagte sein deutscher Teamkollege Maxi Kleber der „Berliner Morgenpost“ und urteilte: „Er ist immer noch eine Waffe.“ Doch natürlich macht sich Nowitzki schon Gedanken über die Zeit nach der Karriere. Seit 20 Jahren sei er nicht mehr Skifahren gewesen, weil ihm das verboten wurde. Dafür werde es langsame Zeit. Dem Basketball will er aber treu bleiben und sicher „kein Autoverkäufer werden“, meinte er im „Spiegel“-Interview.

Langweilig dürfte es ihm nicht werden, denn zu Hause warten neben Frau Jessica auch die drei Kinder Malaika, Max und Morris. Und finanziell hat er längst ausgesorgt, kassierte alleine insgesamt rund 199,5 Millionen Euro (245 Millionen US-Dollar) Gehalt in Dallas. Es hätte deutlich mehr sein können, doch für seine Mavs verzichtete er immer wieder auf hohe Summen und bekommt in dieser und der nächsten Spielzeit nur rund etwa fünf Millionen Dollar. Andere Stars mit seinem Status kassieren mehr als das Vierfache. Auch deswegen lieben sie Nowitzki in Dallas.

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