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Finale der Copa América
Kanarienvögel gegen Inka-Erben

  Brasiliens Nationaltrainer Tite glänzte beim Halbfinale gegen Argentinien mit vollem Einsatz. Gegen Peru will Tite den Copa-Heimsieg feiern.
Brasiliens Nationaltrainer Tite glänzte beim Halbfinale gegen Argentinien mit vollem Einsatz. Gegen Peru will Tite den Copa-Heimsieg feiern. FOTO: dpa / Natacha Pisarenko
Rio de Janeiro. Brasilien ist der klare Favorit im Finale der Copa América gegen Peru. sid

Seit drei Jahren sitzt Tite nun auf Brasiliens Trainer-Bank, doch so richtig dort ankommen, wird er erst an diesem Sonntag. Es gebe da nämlich ein ungeschriebenes Gesetz in seiner Gilde, sagte der 58-Jährige vor dem Finale der Copa América: „Hast du schon im Maracanã gecoacht? Nicht? Dann bist du kein wahrhaftiger Seleção-Trainer.“

Das „Finalissima“ (Sonntag, 22 Uhr MESZ/DAZN) gegen Peru in Rio de Janeiros Fußballtempel wird zu Tites zweiter Geburtsstunde als Chef der „Canarinhos“, der Kanarienvögel – und für Brasilien soll am Ende des Abends der neunte Titel beim ältesten Nationenturnier der Welt stehen. Es wäre bereits der fünfte bei einer Copa América daheim unter dem Zuckerhut. Und das Maracanã, diese neue, alte Schüssel für mittlerweile rund 75 000 Zuschauer, soll die perfekte Bühne bieten. Die Seleção spielte das letzte Mal vor sechs Jahren, am 30. Juni 2013, in ihrer Kultstätte, als sie beim Confed-Cup-Finale den damaligen Weltmeister Spanien mit 3:0 auseinandernahm. Überhaupt gab es dort erst eine Pflichtspielniederlage: das historische 1:2 im WM-Finale 1950 gegen Uruguay.

Mehr als nur ein Glücksbringer für den Erfolg sollte Dani Alves sein, der seinen 40. Titel im Klub- oder Nationaltrikot anstrebt. „Ich bin nicht hier, um jemanden zum Schweigen zu bringen, ich bin einfach hier, um meine Arbeit zu tun“, resümierte Brasiliens 36 Jahre alter Kapitän seine Langlebigkeit in der Seleção.



Und Peru? Im Vorjahr kehrte das weiße Trikot mit dem roten Schrägstreifen nach 36 Jahren wieder auf eine WM-Bühne zurück, nun soll der dritte Copa-Triumph nach 1939 und 1975 her. Vor 44 Jahren holte das Team um den legendären Teófilo Cubillas Südamerikas Krone. Heute setzen die Erben der Inkas auf ihren „Krieger“, auf Paolo Guerrero, der in der Bundesliga bei Bayern München und dem Hamburger SV Spuren hinterließ. Nach dem verletzungsbedingten Turnier-Aus für den früheren Schalker Jefferson Farfan hat noch Innenverteidiger Carlos Zambrano Deutschland-Erfahrung (Schalke, St. Pauli, Frankfurt).

Heiß umkämpft ist auch eine zweite Trophäe, die des Torschützenkönigs. Gleich 13 Spieler liegen mit je zwei Treffern vorne. Bei den Brasilianern wollen Philippe Coutinho, Roberto Firmino und Everton ihr Trefferkonto noch erhöhen. Bei Peru waren Edison Flores und Guerrero schon zweimal erfolgreich.

Die Torjägerkrone dürfte auch am Samstag (21 Uhr MESZ) die einzig verbliebene treibende Kraft im Duell der enttäuschten Halbfinal-Verlierer Argentinien und Chile um Platz drei sein. Gaucho-Stürmer Lautaro Martinez sowie Eduardo Vargas und Alexis Sanchez beim entthronten Titelverteidiger sind schon im Klub der 13 angelangt.