| 22:42 Uhr

Vorrunde souverän gemeistert
Boll führt Deutschland zum Etappenziel

 Der deutsche Superstar Timo Boll im Auftaktspiel gegen Ägypten in Aktion. Bislang hielten sich die Deutschen schadlos. Sie gewannen alle vier Vorrundenspiele.
Der deutsche Superstar Timo Boll im Auftaktspiel gegen Ägypten in Aktion. Bislang hielten sich die Deutschen schadlos. Sie gewannen alle vier Vorrundenspiele. FOTO: dpa / Jonas Ekstromer
Halmstad/Köln. Vier Spiele, vier Siege – die deutschen Titelanwärter um Timo Boll erreichen das erste Etappenziel bei der Mannschafts-WM in Schweden im Eiltempo.

Timo Boll hat mit den deutschen Titeljägern beim Angriff auf die chinesische Tischtennis-Übermacht das erste Etappenziel im Sturm genommen. Für den Rekordeuropameister und seine Mitstreiter Dimitrij Ovtcharov und Patrick Franziska bedeutete das 3:1 gegen Hongkong am Dienstag den vierten Sieg im vierten Spiel, den vorzeitigen Gruppensieg - und auch den direkten Sprung ins Viertelfinale der Mannschafts-WM in Halmstad. Die deutschen Damen hingegen müssen in ein „Endspiel“ um den Achtelfinaleinzug.

Die Männer, Nummer eins der Setzliste und neben China der Topfavorit, hatten am Tag der Arbeit zu kämpfen. Boll (Düsseldorf) gewährte seinem überforderten Gegner Ho Kwan Kit zwar in drei schnellen Sätzen insgesamt nur elf Punkte, doch Patrick Franziska (Saarbrücken) verlor sein Match. Dimitrij Ovtcharov (Hameln/Orenburg), direkt hinter Boll die Nummer drei der Welt, korrigierte dies gegen Lam Siu Hang. Boll musste erneut ran und bestand den Härtetest gegen den Weltranglistensiebten Wong Chun Ting.

„Ich hatte einen richtigen Lauf, alle Entscheidungen haben gepasst, ich habe die Gegner durchschaut“, sagte das Zugpferd des deutschen Tischtennis. Nach zähem Auftakt gegen Ägypten (3:2) hatte die Mannschaft von Bundestrainer Jörg Roßkopf in der Gruppe A am Montag Rumänien und dem Gastgeber Schweden (je 3:0) keine Chance gelassen. Ziel ist allerdings der Sturz der „unschlagbaren“ Chinesen, Gewinner der letzten acht WM-Titel.



Franziska, in den Vortagen zuverlässiger Punktegarant, hatte in seinem Duell eine Schrecksekunde zu überstehen. Beim Stande von 11:11 im fünften Satz gegen Wong musste sich der Doppel-Europameister lange am linken Oberschenkel behandeln lassen. Er kam zurück an den Tisch, verlor jedoch mit Handicap 11:13, danach gab er Entwarnung. Ovtcharov kämpft ohnehin mit Schmerzen an der lädierten Hüfte.

Dennoch: Die topgesetzten Deutschen lösen ihre Pflichtaufgaben bislang mit Konzentration und Klasse – gegen Rumänien ohne Satzverlust, gegen die Schweden und deren tischtennisfanatisches Publikum souverän mit 3:0. Boll erhält am Mittwoch zum Gruppenabschluss gegen Slowenien (19.00 Uhr) wahrscheinlich eine Pause. „Bis Freitag werden wir ausspannen, vielleicht einen guten Kaffee trinken“, sagte er. „Ich habe ja meine eigene Maschine dabei.“

Gespielt wird in der Arena Halmstad in vier Sechsergruppen. Die Gruppensieger ziehen direkt ins Viertelfinale ein, die Zweit- und Drittplatzierten nehmen den Umweg über die Achtelfinals. Diesen haben sich die Deutschen wie erhofft erspart. Im Halbfinale könnten Japan, Frankreich oder Südkorea warten – auf dem Weg zum Traumfinale gegen Chinas Ballkünstler mit dem Weltranglistenersten Fan Zhendong.

 Patrick Franziska im Spiel gegen Hongkong beim Aufschlag. Deutschland gewann mit 3:1. 
Patrick Franziska im Spiel gegen Hongkong beim Aufschlag. Deutschland gewann mit 3:1.  FOTO: dpa / Jonas Ekstromer