| 22:50 Uhr

Fußball-WM in Russland
Billard-Tor bringt Spanien den Sieg

Kasan. Turnierfavorit Spanien schlägt tapfer kämpfende Iraner knapp mit 1:0.

Es war ein hartes Stück Arbeit: Dank eines Billard-Treffers von Torjäger Diego Costa steht Spanien bei der WM in Russland mit einem Bein im Achtelfinale. Nach dem mühseligen 1:0 (0:0) gegen ein humorloses iranisches Abwehrbollwerk geht der Weltmeister von 2010 vier Jahre nach seinem Vorrunden-Aus in Brasilien mit vier Punkten in sein letztes Gruppenspiel gegen das bereits gescheiterte Marokko (0 Punkte). Da sich am Montag zeitgleich Portugal (4) und Iran (3) gegenüberstehen, würde Spanien schon ein Unentschieden zum Erreichen der K.o.-Runde reichen.

Gegen die Igel-Taktik der Iraner benötigte Spanien gestern Abend ein kurioses Tor: Ramin Reazeian schoss bei einem Abwehrversuch das Bein von Costa an, der Ball prallte zum dritten Turniertreffer des Angreifers ins Tor (54.). Zudem hatte die Rote Furie kurz darauf Glück, dass nach einer Video-Überprüfung der Treffer von Saeid Ezatolahi wegen Abseits nicht anerkannt wurde (62): Schwer zu erkennen, aber zweifelsfrei richtig entschieden.

Das Spiel vor 42 718 Zuschauern in Kasan war für die Spanier alles andere als ein Vergnügen. Gefahr brachten lediglich Standards, bei denen neben dem bulligen Diego Costa die kopfballstarken Innenverteidiger Ramos und Pique in den Strafraum rückten.



In der zweiten Halbzeit wurde der Außenseiter immer besser – zur Freude der etwa 15 000 Iraner im Stadion, die einen Schuss von Karim Ansarifard ans Außennetz bereits im Tor gesehen hatten. In der 82. Minute  verfehlte zudem Mehdi Taremi das Tor nur knapp.

Neben den Iranern in Kasan verfolgten auch Tausende im Azadi-Stadion in Teheran die Übertragung aus Kasan – darunter nach einer Kehrtwende der iranischen Behörden erstmals seit der Revolution 1979 auch Frauen.