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Schwimm-EM in Glasgow
Biedermanns Blick geht zu seinen alten Kameraden

Glasgow. Auf diese Premiere der deutschen Schwimmer ist Weltrekordler Paul Biedermann gespannt. Wie Leichtathleten, Turner, Radsportler, Triathleten, Ruderer und Golfer kämpfen auch die deutschen Becken-Asse bei den European Games in Schottland und Berlin von diesem Donnerstag bis zum 12. August um Medaillen und Aufmerksamkeit.

„Vielleicht entsteht eine Art Stimmung wie bei Olympischen Spielen“, sagte der 31-Jährige, der nach den Sommerspielen vor zwei Jahren in Rio seine Laufbahn beendet hatte.

Biedermann glaubt, dass die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes, für den Biedermann ein Jahrzehnt lang ein zuverlässiger Medaillensammler war, liefern wird. „Wir haben mit Philip Heintz, Sarah Köhler oder Franziska Hentke Schwimmer, die sehr gute Leistungen bringen können. Ich bin gespannt auf die Nachwuchsschwimmer“, sagte Biedermann. „Florian Wellbrock hat in diesem Jahr sehr gute Ergebnisse erreicht, im Freiwasser den Weltcup gewonnen. Dazu ist er im Becken gute Zeiten geschwommen mit dem deutschen Rekord über 1500 Meter Freistil.“

Biedermann hält noch die 2009 aufgestellten Weltrekorde über 200 und 400 Meter Freistil. „Man vergleicht schon die Zeiten auf diesen Strecken. Es würde mich ehrlich freuen, wenn die Rekorde fallen. Sie sind dafür da, gebrochen zu werden“, sagte der Sportler des Jahres von 2009. Ein klassisches Aushängeschild, wie es Biedermann war, hat der Verband aktuell nicht. Doch es gibt Kandidaten, die sich auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2020 mehr ins Rampenlicht schwimmen wollen. „Ich glaube, wir sind schon wieder ganz gut aufgestellt. Philip Heinz hat die Qualität, international Medaillen zu gewinnen“, sagte Chefbundestrainer Henning Lambertz. „Er kann auch so ein Vorbild sein wie Paul.“