| 22:08 Uhr

Videobeweis
Abseitslinie und Transparenz: Das ist neu beim Videobeweis

Schiedsrichter Sascha Stegemann (links) hofft wie DFB und DFL, dass der Videobeweis in der kommenden Runde besser funktioniert als in der Hinrunde der abgelaufenen Saison.
Schiedsrichter Sascha Stegemann (links) hofft wie DFB und DFL, dass der Videobeweis in der kommenden Runde besser funktioniert als in der Hinrunde der abgelaufenen Saison. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Frankfurt/Main. Gerechter, präziser, transparenter: DFL und DFB treiben den Videobeweis voran. Dafür werden zur neuen Saison einige Punkte modifiziert.

Der Videobeweis war in seiner ersten Saison ein großes Streitthema der Fußball-Bundesliga. Obwohl Deutsche Fußball Liga (DFL) und Deutscher Fußball-Bund (DFB) von einer Entscheidungsqualität von 99,25 Prozent beim Video Assistant Referee (VAR) berichten, beschwerten sich Experten und Fans über mangelnde Transparenz, lange Wartezeiten und fragwürdige Entscheidungen. Zur neuen Saison haben DFL und DFB einige Modifikationen beschlossen.

Bei der Frage „Abseits oder nicht“ soll ab der kommenden Spielzeit mehr Gerechtigkeit herrschen. Ab dem 1. Spieltag kommen in der Bundesliga kalibrierte Abseitslinien zum Einsatz. Verwendet wird das Hawk-Eye-System, mit der auch die FIFA bei der WM in Russland Erfolg hatte. Bei besonders knappen Entscheidungen kann eine 3D-Variante der Abseitslinie helfen.



: Der Fernsehzuschauer soll ab der kommenden Spielzeit noch besser über die Video-Überprüfungen informiert werden. Die TV-Sender erhalten dafür Informationen aus dem Überprüfungskeller in Köln und blenden ein, welche Spielszene vom Referee worauf gecheckt wird. Zudem wird der bei der WM eingesetzte Splitscreen mit drei verschiedenen Bildern zu sehen sein. Das Ziel sei „größtmögliche Transparenz für den TV-Zuschauer“, sagte DFL-Direktor Ansgar Schwenken.

Auch Fans in den Stadien sollen besser informiert werden als in der Premieren-Saison. Anders als bei der WM soll es aber keine Video-Ausschnitte geben, sondern Textbausteine. „Situation“, „Überprüfung“ und „Entscheidung“ werden dafür auf den Leinwänden in den Stadien eingeblendet. In der Vorsaison hatten Fans im Stadion teilweise nicht gewusst, was überprüft wird.

Der frühere Schiedsrichter Jochen Drees übernimmt zum 1. Oktober die Projektleitung und wird dafür hauptamtlich beim DFB angestellt. Der 48 Jahre alte Drees wurde im vergangenen Jahr schon verstärkt als VAR in Köln eingesetzt und gibt für den neuen Posten zum Monatsende seine Arztpraxis auf.

Für die Zweitliga-Saison 2018/2019 wurden von den Vereinen Offline-Tests beschlossen. Dafür werden auch 70 potenzielle Kandidaten geschult, darunter viele Referees aus der 2. und 3. Liga. Über eine offizielle Einführung zur nächsten Saison soll noch in diesem Jahr bei der nächsten DFL-Mitgliederversammlung entschieden werden.