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15-Jährige schlägt Venus Williams
Tennis-Wunderkind Gauff begeistert die Massen

 Die 15-jährige Cori Gauff konnte ihren Erstrunden-Sieg in Wimbledon gegen Venus Williams kaum fassen und weinte vor Freude.
Die 15-jährige Cori Gauff konnte ihren Erstrunden-Sieg in Wimbledon gegen Venus Williams kaum fassen und weinte vor Freude. FOTO: dpa / Mike Egerton
Wimbledon. 15-Jährige wirft ihr Vorbild Venus Williams in Wimbledon aus dem Turnier. Die junge US-Amerikanerin steht wohl vor einer ganz großen Karriere. sid

 Der Kosmos von Cori Gauff hat bereits die größtmögliche Dimension erreicht. Das 15 Jahre alte Tennis-Wunderkind trainiert regelmäßig beim Trainer von Serena Williams, die Agentur von Roger Federer vermarktet sie, sie nennt neben den Williams-Schwestern die Popstars Beyoncé und Rihanna als ihre Vorbilder – und natürlich will sie „die beste Spielerin aller Zeiten“ werden.

Doch nach dem wohl nur vorläufig größten Erfolg ihrer Karriere hatte das Mega-Talent am Montag in Wimbledon einen ziemlich altersgerechten Moment. „Es ist das erste Mal, dass ich weine nach einem Match, das ich gewonnen habe“, sagte der US-Teenie nach dem 6:4, 6:4 gegen die 24 Jahre ältere Venus Williams in der ersten Runde.

Fünf Wimbledon-Titel, 41 Millionen US-Dollar Preisgeld und 269 Weltranglistenplätze trennen die beiden. Nicht wenige jedoch glauben, dass die Abstände bald sehr viel kleiner sein werden. „Sie ist eine aufregende junge Spielerin. Und sie ist so cool, ein tolles Mädchen“, sagte Venus Williams‘ noch erfolgreichere Schwester Serena (37): „Das ist ein großartiger Moment für sie.“ Tennis-Ikone John McEnroe glaubt sogar: „Wenn sie nicht die Nummer eins der Welt ist, wenn sie 20 ist, werde ich absolut schockiert sein.“



Mit 15 Jahren und 122 Tagen war Gauff die Jüngste in der Geschichte des Profi-Tennis, die sich über die Qualifikation ins Wimbledon-Hauptfeld gekämpft hat. Die jüngste Spielerin, die ein Wimbledon-Match gewann, war Jennifer Capriati (14). Inspiration für Cori Gauff, die von allen „Coco“ genannt wird, bleiben aber die zusammen mit 30 Grand-Slam-Titeln im Einzel dekorierten Williams-Schwestern. Ihr Vater Corey, der auch ihr Trainer ist, erklärte: „Bis sie kamen, war nicht viel Farbe im Sport. Besonders in unserem Land haben afro-amerikanische Mädchen kein Tennis gespielt.“

Als Coco sieben Jahre alt war, zog die Familie wegen der besseren Trainingsbedingungen von Atlanta nach Delray Beach in Florida. Seitdem bestimmt Tennis ihr Leben – obwohl sie bis vor zwei Jahren auch noch Basketball und Leichtathletik betrieb. „Um 7 Uhr stehe ich auf, frühstücke, spiele Tennis, mache meine Schulsachen. Ich werde online unterrichtet. Nachmittags noch mal Training“, erzählte sie im März. In Wimbledon schrieb sie noch während der Qualifikation eine Online-Klausur. Note: 2.

Gauff gilt als das „next big thing“ im Damentennis. Obwohl nur die Nummer 313 der Welt, war sie in den Tagen vor ihrem ersten Grand-Slam-Auftritt schon beim Training ein Zuschauermagnet. Die Tenniswelt steht ihr dank ihrer Physis offen. „Ich schlage den Ball sehr hart. Aber bei meinen Anlagen liegt das auf der Hand“, analysiert sie selbst: „Ich bin mit 1,79 Metern ziemlich groß, habe lange Beine, lange Arme und dicke Muskeln.“ Wie reif sie als 15-Jährige schon ist, wird sich bald zeigen. Nach ihrem Ausrufezeichen vom Montag ist sie in der zweiten Runde gegen die Slowakin Magdalena Rybarikova keine Außenseiterin mehr.