| 22:00 Uhr

Leichtathletik-WM in Doha
Röhler fühlt sich „verkauft“

 Olympiasieger Thomas Röhler spart gegenüber dem IOC nicht mit kritischen Worten.
Olympiasieger Thomas Röhler spart gegenüber dem IOC nicht mit kritischen Worten. FOTO: dpa / Jan Woitas
Doha. Deutscher Weltklasse-Speerwerfer kritisiert Vermarktung der Sportler durch das IOC. dpa

Tausende Athleten liefern der Welt eine kunterbunte Sportshow und garantieren Milliarden – doch auf dem Konto gucken die Protagonisten nach Meinung von Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler in die Röhre. „Viele, viele gute Athleten entscheiden sich heute gegen den Sport. Weil: Dieser Einnahmeposten, der ist vom Schnupfen abhängig. Und das darf nicht sein!“, sagte er mit Blick auf die finanzielle Situation vieler Asse.

Für Röhler steht bei der Leichtathletik-WM in Doha am kommenden Wochenende der Saisonhöhepunkt an. Die Aufmerksamkeit, die er gerade bekommt, nutzt er für kritische Worte. „Wir ackern tagtäglich, sind aber immer nur schwebend bezahlt“, sagt Röhler und kritisiert vor allem das Internationale Olympische Komitee (IOC): „Wir ermöglichen die Olympischen Spiele, aber die entlohnen uns nicht. Die verkaufen uns, aber am Ende des Tages kommt davon überhaupt nichts bei uns an. Null.“

Ein Beispiel liefert der Athletenvertreter des Leichtathletik-
Weltverbandes selbst. 1,6 Millionen Clicks auf YouTube gibt es von seinem Olympia-Goldwurf in Rio. Röhler meint: „Die haben einen Werbewert, die haben alle mein Gesicht gesehen“, argumentiert der Student für Sport und Wirtschaft. Bei den Aktiven komme „höchstens indirekt“ etwas an – über die Verbände. Röhler meint: „Davon kann ich mir leider kein Brötchen kaufen, und davon ist auch meine Wohnung nicht warm.“