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Tipps zur Weltmeisterschaft
So kommen Sie sicher durch die WM

Bonn. Das deutsche Team ist hoffentlich gut vorbereitet. Doch wie sieht es bei den mitfiebernden Fans aus? Damit der vierwöchige WM-Wahnsinn auch ohne Blessuren überstanden werden kann, haben Experten einige Tipps parat.

() Sport ist Mord! Aber auch beim Zugucken warten allerhand Gefahren. Deswegen geben Experten zur Fußball-Weltmeisterschaft Tipps, damit die Fans auch sicher durch das vierwöchige Turnier kommen. Alkoholkonsum, Diebstahl, die Umwelt, Spielsucht, Straßenverkehr und das Herz müssen demnach im Blick behalten werden.

So raten Notärzte zum Gruppenerlebnis: „Wichtig ist zum Beispiel, besonders die Spiele mit deutscher Beteiligung nicht allein zu gucken“, sagte Jan-Thorsten Gräsner von der „Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin“. Schließlich habe eine Studie erwiesen, dass es bei Deutschland-Spielen zu auffällig vielen Herzproblemen komme. Dann sei es entscheidend, dass direkt jemand helfen könne.

Also ist zu hoffen, dass Jogis Jungs es nicht zu spannend machen. Für den Fall, dass es doch mal knapp wird und das Herz nicht mitspielt, hier die Ersthelfer-Anleitung: „Prüfen, rufen, drücken“ - Kreislauf prüfen, über den „Notruf 112“ Hilfe holen und dann 100-mal pro Minute das Brustbein fünf Zentimeter tief eindrücken.



Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und selbst bekennender Fan, Marlene Mortler, versucht mit Fußball-Affinität einen maßvollen Getränkeumgang anzumahnen: „Im Gegensatz zur Zahl der Tore heißt es in punkto Alkohol beim Fußball: Weniger ist mehr! Die beste Strategie ist der Griff zum alkoholfreien Bier – damit schießt sich keiner ins Abseits!“ Siegesrausch und Katerstimmung liegen nah beieinander. Ihre Tipps: mit alkoholfreiem Getränk starten; Alkohol nicht als Durstlöscher einsetzen; auch mal eine Runde Bier auslassen; für einen Autokorso nüchtern bleiben.

Und: Wetten und Alkohol sind keine gute Kombination. Diese letzte von acht Regeln, die das Institut „Glücksspiel & Abhängigkeit“ veröffentlichte, führt zum nächsten Gefahrenherd: dem erhöhten Suchtrisiko bei Sportwetten. Jedem Stammtisch-Debattierer und Büro-Tippspielgewinner sollte laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) klar sein: Sportwetten sind Glücksspiele, der Ausgang hängt vom Zufall ab. „Auch Erfahrungen durch aktive Teilnahme am Sport oder jahrelange Fußball-Leidenschaft verhelfen nicht zum Gewinn“, erläutert BZgA-Leiterin Heidrun Thaiss. Die Hoffnung auf den großen Gewinn verführe schnell dazu, dass unkontrolliert gespielt werde. Die Risiken sollten nicht unterschätzt werden.

Ein Aus in der Vorrunde wäre wohl die ultimative Katastrophe für jeden Autobeflaggten und Fanartikel-Junkie. Ob hier das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe helfen kann, ist zu bezweifeln – es rät aber im Vorfeld: Freiluft-Gucker sollten bei Gewitter wenn möglich feste Gebäude oder ein Auto aufsuchen, Bäume meiden und auf umherfliegende Bierbänke und Sonnenschirme achten.

Die Umwelt haben auch Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Ex-Fußballnationalspieler Marcell Jansen im Blick. Sie gaben den Anpfiff für eine Smartphone-App, die Fußball-Fans zeigt, wie sie in rund 60 Städten einen klimafreundlichen Weg zu Public-Viewing-Orten finden. Beim gemeinschaftlichen Fußballgucken unter freiem Himmel könne CO2 eingespart, die Umwelt geschont und die WM-Spiele sicher genossen werden, so Schulze.

Bei aller Feierlaune sollten Rudelgucker immer auch einen Sinn für das Drumherum haben. Die Opferschutz-Organsiation Weißer Ring warnt etwa vor Taschendieben mit den Worten: „Schießen Sie sich kein Eigentor!“ Nicht unbedingt benötigte Geldkarten zu Hause lassen und nicht zu viel Bares mitnehmen, lautet ein Tipp. Wichtig sei auch, Wertsachen und Ausweise auf der Fanmeile nah am Körper zu tragen.

Bei der emotionalen Stimmung samt Alkoholkonsum kann die Partystimmung auch einmal in Aggression umschlagen. Deswegen rät der Weiße Ring dazu, auch im Trubel besonnen handeln und die Kontrolle behalten – was Italienern und Holländern diesmal wohl sehr leichtfallen wird. Für alle WM-Beteiligten aber hier noch ein Wunsch der Notärzte: „Wir bitten auch eindringlich darum, unsere Fahrzeuge bei Einsätzen in den Städten nicht voller Übermut mit Flaschen zu bewerfen.“

(kna)