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Ski-Debakel für Österreich

Val d'Isère. Für Maria Riesch stand nach stundenlanger Wartezeit die alpine Ski-Welt still, bei der Herren-Abfahrt stellte sie ein Außenseiter auf den Kopf. Während die führende Ski-Nation Österreich über das schlechteste Abschneiden in Super-G und Abfahrt klagte, schlug John Kucera im französischen Val d'Isère allen Favoriten ein Schnippchen

Val d'Isère. Für Maria Riesch stand nach stundenlanger Wartezeit die alpine Ski-Welt still, bei der Herren-Abfahrt stellte sie ein Außenseiter auf den Kopf. Während die führende Ski-Nation Österreich über das schlechteste Abschneiden in Super-G und Abfahrt klagte, schlug John Kucera im französischen Val d'Isère allen Favoriten ein Schnippchen. Der Kanadier nutzte als erster Abfahrts-Champion seines Landes die besseren Sichtverhältnisse und brauste vor Didier Cuche und Carlo Janka (beide Schweiz) zum überraschenden WM-Titel. Achtbar zog sich der Ebinger Stephan Keppler als 15. am Samstag, einen Tag vor der wetterbedingten Absage der Damen-Abfahrt, aus der Affäre.Lange hatten Maria Riesch und Co. gestern auf ihr Rennen gewartet. Bis auf 15 Uhr wurde der Beginn nach hinten hinaus geschoben. Als dann alle mit einem Start rechneten, sagten die Verantwortlichen die Abfahrt überraschend doch noch ab. "Sie haben es halt bis zum Schluss versucht, das muss man einem Veranstalter auch zugestehen", sagte Trainer Mathias Berthold. An diesem Montag soll das Rennen um 13 Uhr nachgeholt werden. Die für den selben Tag terminierte Super-Kombination der Herren findet ebenfalls statt. Wie geplant soll die Abfahrt um 10 Uhr gestartet werden, der Slalom wird auf 17 Uhr verschoben und bei Flutlicht gefahren. Nicht nur für die erfolgsverwöhnten Österreicher, die erstmals seit Vail 1989 bei den Herren sowohl in Super-G als auch in der Abfahrt ohne Edelmetall blieben, entpuppt sich der französische Wintersportort als "Val de Misère". Auch bei Maria Riesch will nichts wie gewünscht laufen. Dem mittelprächtigen achten Platz im Super-G folgten ein Trainingssturz und eine verschenkte Medaille in der Super-Kombination. Am Wochenende war dann die Extra-Portion Geduld gefragt. Das Abschlusstraining der Abfahrt fiel ebenso wie das Rennen dem Wetter zum Opfer; der Schneefall zwang zur Untätigkeit. Heute ist WM-Halbzeit - und die deutschen Alpinen sind nun seit insgesamt 50 Einzel-Rennen bei Titelkämpfen ohne Edelmetall. Die Sorge vor der nächsten Nullnummer bei einem Großereignis besteht. "Es gehen immer mehr Chancen weg. Das ist eine schwierige Situation", sagte Sportdirektor Wolfgang Maier, "wir stehen ein bisschen mit dem Rücken an der Wand." dpa