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1. FC Kaiserslautern
Situation „für den Kopf sehr schwierig“

Kaiserslautern. Nächste Hoffnungsrunde für den 1. FC Kaiserslautern: Heute Abend ist Union Berlin auf dem Betzenberg zu Gast.

(dpa/red) Trotz der miserablen Lage im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga herrscht beim 1. FC Kaiserslautern weiter Zuversicht. Vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin an diesem Freitag (18.30 Uhr/Sky) kehren drei Stammspieler zurück in den Kader des Tabellenschlusslichts. Mit dem zuletzt gesperrten Phillipp Mwene, dem erkrankten Brandon Borrello und Ruben Jenssen, der aus privaten Gründen fehlte, stehen Michael Frontzeck wieder wichtige Stützen der vergangenen Wochen zur Verfügung.

Nachdem der FCK aus den vergangenen drei Spielen binnen einer Woche nur drei Punkte geholt hat, steht die Mannschaft weiter unter enormem Erfolgsdruck. Der Relegationsplatz mit der SpVgg Greuther Fürth ist wieder bis auf sechs Zähler in die Ferne gerückt. Eine solche Situation nagt auf Dauer auch an der Psyche, erklärte Frontzeck: „Wenn du jede Woche mit dem Rücken zur Wand stehst, ist das für den Kopf sehr schwierig. In Anbetracht der Situation macht die Mannschaft das in den letzten Wochen sehr gut.“ Der 53-Jährige betonte dennoch: „Ich bin optimistisch was den Freitag angeht.“

Nach dem 1:2-Rückschlag beim direkten Konkurrenten Erzgebirge Aue am vergangenen Wochenende, ist die Partie gegen die Eisernen das nächste wegweisende Spiel. „Es wird nicht so sein, dass wir Union Berlin an die Wand spielen können“, blickt Frontzeck voraus. Das Geheimnis gegen die Köpenicker soll bei aller Motivation – wie generell – die Stabilität sein: „Das Gefährlichste ist, dass wir die Spielkontrolle verlieren, das darf uns auf keinen Fall passieren.“ Ein erfolgreiches Befolgen dieser Marschroute habe der Coach in den drei siegreichen Partien der vergangenen Wochen gesehen.



Berlin gehöre zu den besten Mannschaften der Liga. In der Hinrunde erwischten die Pfälzer gegen Union einen rabenschwarzen Tag und kamen mit 0:5 unter die Räder. „Solche Spiele vergisst man in einer Saison nicht, das will man im Rückspiel dann wieder gerade biegen“, kündigte Frontzeck an. Doch auch Union steht unter großem Erfolgsdruck, da es den Anschluss an die Aufstiegsplätze nicht verlieren will.

Lautern-Verteidiger und Ex-Union-Kapitän Benjamin Kessel sagte vor dem Duell: „Eigentlich hätte ich gedacht, dass wir da stehen, wo jetzt Union steht, und Union weiter oben. Aber es ist eben wie es ist.“

Unterdessen wurde gestern bekannt, dass der FCK am Saisonende eines seiner großen Talente an Fußball-Rekordmeister Bayern München verliert. U19-Kapitän Paul Will entschied sich „trotz aller Anstrengungen der FCK-Verantwortlichen, den Mittelfeldspieler mit einem Profivertrag auszustatten“ für den Wechsel zum Bundesliga-Tabellenführer, teilten die Pfälzer mit.

„In Paul Will verlieren wir leider ein Top-Talent aus unserem eigenen Nachwuchsleistungszentrum“, sagte FCK-Sportdirektor Boris Notzon: „Wir befinden uns schon seit Monaten im Austausch mit ihm und haben Paul eine langfristige Perspektive als Lizenzspieler angeboten. Wir sind stolz, dass wir aufgrund unserer guten Nachwuchsarbeit immer wieder Top-Talente entwickeln und verfolgen natürlich das Ziel, diese Spieler langfristig an den FCK zu binden. Bayern München hat aber im deutschen Fußball eine besondere Stellung und in diesem Fall haben wir leider keine Chance.“

In einer Sondersitzung berät der Kaiserslauterer Stadtrat am 12. März über die Senkung der Stadionpacht für den 1. FC Kaiserslautern. Drei Tage später muss der 1. FC Kaiserslautern die Lizenzunterlagen für die kommende Saison einreichen.