| 23:10 Uhr

Frauenfußball
Ein ordentlicher Debütantinnenball

Mittendrin statt nur dabei: Die Saarländerin Lena Lattwein (Nummer 26) feiert mit Lina Magull, Giulia Gwinn und Alexandra Popp ein deutsches Tor.
Mittendrin statt nur dabei: Die Saarländerin Lena Lattwein (Nummer 26) feiert mit Lina Magull, Giulia Gwinn und Alexandra Popp ein deutsches Tor. FOTO: dpa / Friso Gentsch
Osnabrück. Deutsche Fußballfrauen schlagen Italien mit 5:2. Am Dienstag steht der Abschied von Trainer Horst Hrubesch an. dpa

Erst teilte Horst Hrubesch die Freude mit seinen Mädels, dann grantelte der Frauenfußball-Bundestrainer doch noch ein wenig. Auf dem Spielfeld griff sich der Trainer Lena Petermann, zeigte ihr wild gestikulierend ihre Fehler auf – um sie danach gleich freundschaftlich in den Arm zu nehmen. Das 5:2 (2:2) der DFB-Frauen gegen Italien in Osnabrück war zwar der siebte Sieg im siebten Spiel unter Hrubesch, für den am Dienstag scheidenden Bundestrainer aber nichts weiter als der nächste Test für die WM im Juni 2019 in Frankreich.

„Es war eigentlich ganz gut“, resümierte Hrubesch nach dem Debütantinnen-Ball. Mit der Saarländerin Lena Lattwein, Maximiliane Rall (beide Hoffenheim) und der Münchnerin Sydney Lohmann trugen gleich drei Neulinge erstmals das DFB-Trikot. Vier weitere junge Spielerinnen hatten weniger als zehn Länderspiele auf dem Konto. „Die Kleenen – ich sage immer Kleene, weil es meine Enkel sein könnten – machen einen guten Job. Alle, die wir haben, überzeugen, sind 100 Prozent bei der Sache, und das hat man im Spiel gesehen“, lobte Hrubesch. Das nicht alles lief, nahm ihnen der Trainer nicht übel. „Sie müssen doch erstmal herausfinden, was geht und was nicht“, betonte er.

Einmal mehr schwärmte er über das Niveau im deutschen Frauenfußball. „Wir haben momentan zwei Mannschaften, und das ist eine Qualität, die verdammt hoch ist. Andere Länder wären froh, wenn sie diese Qualität in dieser Form hätten“, sagte Hrubesch und ergänzte: „Das Gute ist: Es ist noch ganz viel Luft nach oben. Ohne der Mannschaft oder meiner Nachfolgerin Martina Voss-Tecklenburg Druck aufbauen zu wollen: Das Team wird bei der WM eine sehr gute Rolle spielen.“



Der 67 Jahre alte Hrubesch wird am Dienstag in Erfurt gegen Spanien (16 Uhr) seinen Abschied als Trainer geben. Gegen Italien sah er viel von dem, was er seit März der Mannschaft zu vermitteln versucht hat. „Er wollte von der ersten Einheit an, dass wir direkt spielen, schnell, Tempo machen, sagte die Wolfsburgerin Sara Doorsoun. Und genau das machte die Mannschaft diesmal. „Jetzt kommen keine Quantensprünge mehr, jetzt geht es um Details, die wir verbessern können und wollen“, sagte Hrubesch.

Er kündigte an, auch gegen Spanien hohes Tempo gehen zu wollen: „Kann sein, dass wir da mal eine auf die Mütze bekommen. Aber ich will sehen, dass es die Mädels versuchen. Der Gegner soll uns hinterherlaufen, dann hat er irgendwann keine Lust mehr.“ In jedem Fall muss aber das Abwehrverhalten verbessert werden. Denn die zwei italienischen Tore ärgerten Hrubesch. „Wir haben vor den Gegentoren larifari gespielt. Das darf uns nicht passieren, das wird sofort bestraft, zumal wir nicht kompakt genug standen“, kritisierte Spielführerin Alexandra Popp. Nach den Toren durch Lina Magull (6. Minute) und Sara Däbritz (18.) stellten die Gäste damit das Spiel kurz auf den Kopf. Doch Giulia Gwinn (50.) mit ihrem ersten Länderspieltor, Lena Petermann (60.) und Leonie Maier (86.) sorgten für den verdienten Erfolg.