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Sie fliegen wieder

Frankfurt/Oberstdorf. Ein Zocker, ein Heavy-Metal-Fan und ein Oldie: Im Duell um die Nachfolge des zurückgetretenen Rekordsiegers Janne Ahonen zwischen Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann möchte Martin Schmitt der lachende Dritte sein. Der 30 Jahre alte Routinier trägt bei der 57

Frankfurt/Oberstdorf. Ein Zocker, ein Heavy-Metal-Fan und ein Oldie: Im Duell um die Nachfolge des zurückgetretenen Rekordsiegers Janne Ahonen zwischen Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann möchte Martin Schmitt der lachende Dritte sein. Der 30 Jahre alte Routinier trägt bei der 57. Internationalen Vierschanzentournee die Hoffnungen der deutschen Skisprung-Fans und könnte sieben Jahre nach dem historischen Vierfach-Triumph von Sven Hannawald neue Euphorie auslösen. "Martin kann die Tournee gewinnen", erklärte Hannawald vor dem Auftakt der Traditionsveranstaltung am Sonntag mit der Qualifikation in Oberstdorf. Der wiedererstarkte Schmitt (Foto: dpa), der bei den vergangenen vier Weltcups jeweils in die Top Ten sprang, hält den Ball vor seiner 14. Teilnahme flach. "Ich setze mich nicht unter Druck und sage, ich werde um Siege mitspringen. Siege sind nicht realistisch. Aber ich traue mir immer mehr zu und hoffe, mich vorne festsetzen zu können", sagte der viermalige Weltmeister. Auch Bundestrainer Werner Schuster sieht seinen Vorzeigespringer nicht als Favoriten: "Ammann und Schlierenzauer sind der Konkurrenz voraus, die schöpfen ihr Potenzial aus. Es wird sehr schwierig, zu ihnen aufzuschließen." Schlierenzauer (Foto: afp), der in seiner Freizeit gerne pokert, reist nach seinem Sieg bei der Generalprobe in Engelberg mit breiter Brust an. "Ich würde auf mich selbst setzen, denn ich weiß, dass ich jederzeit gewinnen kann", verkündete der 18-jährige Österreicher. Sein Schweizer Rivale Ammann, Liebhaber der amerikanischen Hard-Rock-Band Metallica, träumt ebenfalls vom Tournee-Gewinn, für den es ein Auto im Wert von 30 000 Euro gibt. "Gregor ist der Athlet, der mit mir der Konkurrenz voraus ist. Momentan habe ich die Nase leicht vorn. Aber er ist ein Top-Athlet, der den Spieß schnell umdrehen kann", prophezeite Ammann (Foto: afp) einen heißen Zweikampf. Allerdings wissen beide Favoriten um die eigenen Gesetze der Tournee mit den Springen in Oberstdorf (29. Dezember), Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (4. Januar) und Bischofshofen (6. Januar). "Es gibt nicht nur uns beide, die gewinnen können. Es wird spannend", meinte Schlierenzauer und zählt auch Schmitt zum Kreis der Sieganwärter. Nicht nur dank des wiedererstarkten Routiniers sieht Werner Schuster, der im April die Nachfolge von Peter Rohwein angetreten hatte, seiner ersten Vierschanzentournee als Bundestrainer zuversichtlich entgegen. "Ich hoffe, dass wir uns bei der Tournee toll präsentieren. Wir haben eine gewisse Klasse und mit Martin Schmitt, Michael Uhrmann und Michael Neumayer drei Top-10-Springer", erklärte der Österreicher. Uhrmann und Neumayer wiesen nach einem durchwachsenen Saisonstart beim Weltcup vor Weihnachten in Engelberg/Schweiz ansteigende Form nach. "Es würde die Sache irrsinnig erleichtern, wenn wir uns gut präsentieren und mindestens einen haben, der vorne rein springt. Das würde einen Schub geben", sagte der Bundestrainer. dpa