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Tennis
Serena fühlt sich noch nicht bereit

 Am 30. Dezember schlug Serena Williams in Abu Dhabi auf – für einen Triumph bei den Australian Open reicht ihre Form noch nicht.
Am 30. Dezember schlug Serena Williams in Abu Dhabi auf – für einen Triumph bei den Australian Open reicht ihre Form noch nicht. FOTO: dpa / Kamran Jebreili
Melbourne. Tennis-Star Williams verzichtet nach ihrer Babypause noch auf die Teilnahme an den Australian Open.

Die Absage von Serena Williams versteckten die Organisatoren der Australian Open am Freitag lieber weiter unten auf der Internetseite des Turniers. Nur einen Tag nach dem Ausfall von Andy Murray mussten die Veranstalter des ersten Grand-Slam-Turniers der Saison die nächste schlechte Nachricht verdauen – es könnte angesichts der Verletzungssorgen von anderen Stars wie Novak Djokovic nicht die letzte vor dem Turnierstart am 15. Januar gewesen sein.

Titelverteidigerin Williams fühlt sich vier Monate nach der Geburt ihrer Tochter Alexis Olympia und knapp ein Jahr nach ihrem letzten offiziellen Match noch nicht bereit. Die 36-Jährige hätte nach eigenen Worten in Melbourne mitspielen können, doch das genügt der jungen Mutter nicht. Williams interessieren nur noch Titel, und mit einem weiteren bei einem Grand-Slam-Turnier würde sie den Allzeit-Rekord der Australierin Margaret Court von 24 Erfolgen bei den vier wichtigsten Turnieren einstellen.

Bei einem Show-Match Ende des Jahres gegen French-Open-Siegerin Jelena Ostapenko aus Lettland stellte die Amerikanerin fest, dass sie von der Spitze noch ein Stück entfernt ist. „Nach dem Wettkampf in Abu Dhabi habe ich bemerkt, dass ich nicht da bin, wo ich persönlich sein möchte – obwohl ich super dicht dran bin“, sagte Serena Williams in einer Mitteilung der Australian Open. „Mein Trainer und mein Team haben immer gesagt: Geh nur zu Turnieren, wenn du den ganzen Weg gehen kannst“, erklärte sie und betonte trotz der für sie enttäuschenden Absage: „Ich brauche noch etwas mehr Zeit.“



Beim knapp verlorenen Match gegen Ostapenko war der langjährigen Weltranglisten-Ersten ihre lange Pause noch anzumerken. Zuletzt stand Serena Williams am 28. Januar 2017 in Melbourne auf dem Platz und gewann dort das Endspiel gegen ihre ein Jahr ältere Schwester Venus. Mit dem 23. Grand-Slam-Titel übertraf sie die Profi-Bestmarke von Steffi Graf – obwohl sie zum Zeitpunkt der vorigen Australian Open bereits schwanger war. Die Erinnerung an dieses Endspiel, mit dem sie sich für die Finalniederlage gegen Angelique Kerber 2016 entschädigte, werde sie immer bei sich tragen, erklärte Serena Williams.

Das Aus für die Australian Open bedeutet wohl nicht das Ende der Karriere für eine der größten Spielerinnen in der Tennis-Geschichte, die auch nach Verletzungen immer wieder auf erstaunliche Weise zurückkehrte und große Titel sammelte. „Olympia und ich freuen uns darauf, zurückzukommen“, erklärte Williams. Turnierdirektor Craig Tiley hört das gerne. Es ist ja eine zumindest halbwegs positive Nachricht – wenn auch nicht für 2018.