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Selbst ist die Frau: Anne Oberle

 Festivalchef Robert Leonardy (rechts) im Gespräch mit SZ-Redakteur Oliver Schwambach.
Festivalchef Robert Leonardy (rechts) im Gespräch mit SZ-Redakteur Oliver Schwambach. FOTO: Oliver Dietze
Warendorf/Zweibrücken. "Ich bin doppelt gestraft", bekennt Anne Oberle enttäuscht. Nachdem sie beim Bundeschampionat mit ihrem sechsjährigen Hannoveraner Wallach Crunchip durch einen Abwurf den Einzug ins Finale verpasste, lief auch am Samstagmorgen in der Trostrunde nicht alles nach Wunsch (wir berichteten) Von Merkur-Mitarbeiterin Cordula von Waldow

Warendorf/Zweibrücken. "Ich bin doppelt gestraft", bekennt Anne Oberle enttäuscht. Nachdem sie beim Bundeschampionat mit ihrem sechsjährigen Hannoveraner Wallach Crunchip durch einen Abwurf den Einzug ins Finale verpasste, lief auch am Samstagmorgen in der Trostrunde nicht alles nach Wunsch (wir berichteten). Mit seiner Grundnote von 7,7 wäre Crunchip unter den fünf Besten der 48 Starter gewesen und ins kleine Finale eingezogen. Nachdem der Wallach am Vortag jedoch ins Laufen gekommen war, setzte Oberle erfolgreich auf Fehlerfreiheit und Springmanier, kassierte dafür jedoch 0,5 Strafpunkte für Überschreiten der knapp bemessenen Zeit. "Platziert wurde bis 7,3. Mit meiner 7,2 auf Rang zehn war ich dann Reserve", ärgert sie sich, besonders, weil der Wallach hervorragend gesprungen sei und die Grundnote nach ihrer Einschätzung durchaus höher hätte ausfallen können. Schade, aber kein großer Verlust, denn die 28-jährige Amazone sieht sich in erster Linie als Mutter, die ihr Hobby Pferde und Reiten "möglichst professionell" betreibt, jedoch keineswegs ihren Lebensunterhalt damit bestreiten muss. Im Mittelpunkt steht für die Amateur-Reiterin die Familie. So sind Ehemann Christian und das mittlerweile zweijährige Töchterchen Marika auch bei jedem Turnier dabei. Oberles Ziel: sportlicher Erfolg. Deshalb auch will sie Crunchip und den siebenjährigen Deckhengst Ferrucio zu keinem Gebot verkaufen. Ihre Erklärung: "Die anderen sind noch so jung, mit denen kann ich gerade Springpferdeprüfungen gehen." Insgesamt fünf eigene Springpferde Hannoverscher Abstammung stehen auf dem Rechentalerhof. Jedes Jahr bildet die Trainerin mit dem zweithöchsten Schein B ein neues eigenes Pferd aus, das sie gemeinsam mit ihrem Vater Klaus auf der Auktion in Verden auswählt. An die 15 Turnierpferde insgesamt stammen bereits aus ihrem Stall. Dazu kommen drei bis vier Fremdpferde, die sie zureitet und auf ersten Turnieren vorstellt. "Ich mache alles selbst, Stallarbeit, Pferde auf die Weide stellen, putzen und satteln, reiten", beschreibt sie ihren Tagesablauf. Tatkräftige Unterstützung erhält sie dabei auch von ihren Eltern.Das nächste Ziel, das die Familienfrau anpeilt, ist ein erfolgreicher Start in die Hallensaison. Ob sie, wie im Vorjahr, noch bei der Weltmeisterschaft der Nachwuchspferde im belgischen Lanaken von 18. bis 21. September die Deutschen Farben vertreten darf, entscheide sich diese Woche. Wenn ja, will sie neben Crunchip auch Ferrucio mitnehmen, der sich siebenjährig mit seinen guten Platzierungen in schweren Springen gleich in seiner ersten Saison durchaus empfohlen hat. Auf jeden Fall sattelt Anne Oberle den vierbeinigen Nachwuchs und ihre Cracks am kommenden Wochenende beim Reit- und Springturnier in Einöd. "Ich betreibe mein Hobby höchst professionell."Anne Oberle,Reiterin