| 23:54 Uhr

Champions League
Selbst der Gegner verneigt sich vor Ronaldo

Turin. Der Weltfußballer von Real Madrid erzielt beim 3:0-Hinspielsieg im Champions-League-Viertelfinale bei Juventus Turin das wohl schönste Tor seiner Karriere.

Trainer Zinedine Zidane fasste sich ungläubig an den Kopf, der spanische TV-Kommentator schrie sich die Kehle heiser – und sogar die Turiner Fans spendeten Cristiano Ronaldo Applaus. Beim 3:0-Erfolg von Titelverteidiger Real Madrid bei Juventus im Viertelfinal-Hinspiel sorgte der Weltfußballer in der 64. Minute für eine Sternstunde der Champions League. Mit einem spektakulären Fallrückzieher traf er zum 2:0, nachdem er bereits den schnellen Führungstreffer (3.) der Gäste erzielt hatte. „Mamma mía!“, titelte gestern die Madrider Sportzeitung „Marca“.

Auf dem Rasen bedankte sich Ronaldo bei den Italienern auf den Rängen sichtlich bewegt mit gefalteten Händen und hochgestrecktem Daumen. „Das war für mich ein unglaublicher Augenblick“, sagte er nach dem Spiel. „So etwas habe ich in meiner ganzen Karriere noch nie erlebt, dass man mir auf des Gegners Platz zujubelt. Was die Juve-Fans gemacht haben ist unglaublich“, meinte der Portugiese und bedankte sich auf Italienisch: „Grazie!“

Ronaldo, der in der 72. Minute auch noch den entscheidenden Pass zum 3:0 durch Marcelo spielte, zeigt mit seinen 33 Jahren, dass das Karriereende kein Thema ist. Die spanische Zeitung „AS“ errechnete, dass Ronaldo beim 2:0 die Flanke von Dani Carvajal mit dem rechten Spann in einer Höhe von 2,23 Metern traf. „Von welchem Planeten bist Du gekommen?“, fragt das Blatt den Stürmer daher auf der ersten Seite. „Marca“ schrieb, „CR7“ habe sich „den Himmel verdient“.



Der Mann von der Insel Madeira wurde nach dem Real-Sieg mit Lob überhäuft und von spanischen Medien unter anderem als „Hexer“ und „E.T.“ gefeiert. Zwei Zahlen sprechen dabei für seine Qualität: 649 Karriere-Tore, davon 119 in der Champions League (Rekord). In der Königsklasse stellte er dank des Doppelpacks mit zehn Spielen in Serie mit Torerfolg einen Rekord auf.

Juve-Verteidiger Andrea Barzagli sagte, dass Ronaldos Tor „wohl in die Geschichte eingehen wird“. Sogar Juve-Torwart Gianluigi Buffon gratulierte mit einer Umarmung und meinte anschließend, Ronaldo sei mit Legenden wie Diego Maradona, Lionel Messi und Pelé auf einer Stufe. Nur einer stichelte: Zlatan Ibrahimovic. Der schwedische Stürmer von LA Galaxy, als Sprücheklopfer bekannt, meinte im US-Fernsehen, Ronaldo habe „ein nettes Tor“ erzielt, er solle es aber nicht aus gut zehn, sondern „aus 40 Metern probieren“. Der 36-Jährige traf 2012 beim 4:2-Sieg Schwedens gegen England ebenfalls per Fallrückzieher – aus mehr als 30 Metern.

Real, in der Primera División derzeit nur auf Platz vier, war deutlich überlegen und hätte auch höher gewinnen können. Die Latte verhinderte zum Beispiel Tore von Kroos (36.) und Kovacic (87.).