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Schwere Wochen für Hannovers Trainer

Hannover. Hannover 96 gleicht derzeit einem Pulverfass. Vor dem Heimspiel gegen Bayern München wird die Kritik an Trainer Tayfun Korkut immer lauter. Die Vereinsführung rief unter der Woche die Fans öffentlich zum Zusammenhalt auf. sid

Tayfun Korkut hat keinen Kredit mehr. Viele Fans von Hannover 96 fordern seinen Rauswurf, und auch der mächtige Clubboss Martin Kind erhöhte vor dem Duell der Niedersachsen gegen Bayern München an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) den Druck. Korkut selbst bleibt cool. "Druck ist bei mir gut aufgehoben. Um ihn kümmere ich mich, er ist mein ständiger Begleiter", sagte der 96-Trainer. Er wisse um seine große "Verantwortung für den Verein, die Stadt und die Mannschaft". Korkut ist längst nicht mehr unumstritten bei den Roten. Unter der Woche wurde der 40-Jährige erstmals öffentlich angezählt - von Präsident Kind höchst persönlich. "Ich schätze Herrn Korkut sehr. Aber für uns als Verein geht es darum, seine Arbeit und die Ergebnisse seiner Arbeit zu beurteilen", sagte Kind: "Und darüber haben wir noch kein abschließendes Urteil gefällt. Aber es ist nicht die erfolgreichste Arbeit."

Hannover 96 wartet im Jahr 2015 noch immer auf den ersten Sieg. Der Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz beträgt nur noch fünf Punkte, vier Zähler sind es bis zum Relegationsrang. Korkut muss schleunigst liefern, ansonsten gehen ihm beim Vereinschef die Argumente aus. "Ich glaube, dass er ein guter Trainer ist, der sicher noch Erfahrung sammeln muss. Aber er braucht die Ergebnisse", sagte Kind.

Auch abseits der sportlichen Krise ist die Stimmung an der Leine vergiftet. Die Clubführung um Kind reagierte nun auf den Boykott vieler Ultras in dieser Saison und rief die Fans in einem offenen Brief zum Zusammenhalt auf. "Wir haben die Situation, die es in dieser Form noch nicht gegeben hat und die ganz sicher niemand so haben wollte, unterschätzt", heißt es. Man hätte sich als Club eher zu Wort melden müssen: "So geht es nicht weiter."

Und wie es mit Korkut weitergeht? Nach dem Bayern-Spiel warten in Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund weitere Schwergewichte. Das macht wenig Hoffnung.