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Schröder soll Heidel-Nachfolger in Mainz werden

Mainz. Der 2:1-Erfolg des FSV Mainz 05 gegen Schalke 04 zum Auftakt des 21. Bundesliga-Spieltags geriet rasch zur Nebensache. Wie schon vor dem Spiel drehte sich fast alles um die offene Heidel-Frage. sid

Als Horst Heldt im Kabinengang auf den nur zwei Meter neben ihm stehenden Christian Heidel angesprochen wurde, setzte er sein bekannt schelmisches Grinsen auf. "Ich habe ihn noch nicht gesehen", scherzte der Sportchef von Schalke 04 nach dem 1:2 (0:1) beim FSV Mainz 05 . Heldts potenzieller Nachfolger bekam das natürlich mit und begrüßte seinen Kollegen umgehend. "Jetzt habe ich ihn gesehen", sagte Heldt daraufhin mit einem noch breiteren Grinsen.

Die Lacher hatte Heldt nach dem brisanten Treffen am Freitagabend und trotz der Schalker Niederlage zum Auftakt des 21. Bundesliga-Spieltags also auf seiner Seite. Und wer weiß, vielleicht lacht sich der scheidende Sportvorstand demnächst auch selbst ins Fäustchen. Denn möglicherweise stehen die Königsblauen, die nach zuvor zwei Siegen einen Rückschlag im Kampf um einen Platz im internationalen Wettbewerb hinnehmen mussten, plötzlich doch ohne Manager für die kommende Saison da.

Trotz aller Berichte über einen Vierjahresvertrag und ein Jahresgehalt von zwei Millionen Euro für Heidel ist der Wechsel des 52-Jährigen nach Gelsenkirchen ganz offenbar noch nicht fix. Das versicherte Heidel, der vertraglich noch bis 2017 an den FSV gebunden ist, jedenfalls glaubhaft.

"Es gibt doch keinen Grund für mich, es nicht öffentlich zu machen, wenn die Entscheidung gefallen wäre. Dann hätte ich doch Ruhe", sagte der Mainzer Macher, der "in Kürze eine Entscheidung treffen" möchte: "Es gibt keinen Grund, etwas zu verbergen oder zu verheimlichen."

Kurioserweise scheint aber (endlich) ein Nachfolger für Heidel gefunden worden zu sein. Werder Bremens Sportdirektor Rouven Schröder (40) hat um seine Freigabe gebeten. Er habe ihn informiert, dass er "Kandidat Nummer eins bei den Mainzern" sei, sagte Werder-Sportchef Thomas Eichin der "Kreiszeitung Syke". Heidel hatte zuletzt betont, dass er den FSV erst verlassen werde, wenn sein Nachfolger parat stehe.

Nach 24 Jahren beim FSV fällt es dem gebürtigen Mainzer aber offenbar eben doch nicht so leicht, seinen Heimatklub zu verlassen. "Wenn man so lange da ist, dann ist die Entscheidung eben nicht so einfach", so Heidel.