| 21:16 Uhr

Schmitt und Bodmer im Fokus

Oberstdorf. Ein alter Hase und ein junger Hüpfer sind die großen Hoffnungsträger der deutschen Skispringer auf der Jagd nach Podestplätzen bei der 58. Internationalen Vierschanzentournee Von dpa-Mitarbeiter Eric Dobias

Oberstdorf. Ein alter Hase und ein junger Hüpfer sind die großen Hoffnungsträger der deutschen Skispringer auf der Jagd nach Podestplätzen bei der 58. Internationalen Vierschanzentournee. Ein Jahr nach seinem glanzvollen Comeback will Vize-Weltmeister Martin Schmitt (Foto: dpa) gemeinsam mit seinem Zimmerkollegen Pascal Bodmer wieder zum Höhenflug ansetzen und die Fans in den Stadien zu Jubelstürmen hinreißen. "Natürlich hat man irgendwo im Hinterkopf noch den Traum, bei der Tournee einmal ganz oben zu stehen. Aber im Moment bin ich davon ein gutes Stück weg", warnte Schmitt jedoch vor zu großen Erwartungen. Bundestrainer Werner Schuster schätzt die Lage vor der am heutigen Montag mit der Qualifikation beginnenden Traditionsveranstaltung realistisch ein. "Es ist momentan keiner in Sicht, der wirklich um den Tournee-Sieg springen kann. Das ist Tatsache, da gibt es nichts zu beschönigen", sagte der Coach. Wie die meisten Experten erwartet er im Kampf um das 35 000 Euro teure Siegerauto ein Duell zwischen Österreichs Jahrhunderttalent Gregor Schlierenzauer und dem Schweizer Überflieger Simon Ammann. Seinen Schützlingen traut Schuster das eine oder andere Highlight auf den vier Stationen in Oberstdorf (29. Dezember), Garmisch-Partenkirchen (1. Januar), Innsbruck (3. Januar) und Bischofshofen (6. Januar) zu. "Wir sind gut vorbereitet und wollen für gute Unterhaltung sorgen. Wichtig wird sein, dass der Funke vor heimischer Kulisse überspringt und wir richtig gut aus den Startlöchern kommen", formulierte er das Ziel für das Auftaktspringen am Dienstag. "Und bei der Tournee kommen dann noch Emotionen dazu. Die können Berge versetzen", meinte Schuster am Sonntag. Der späte Beginn um 16.30 Uhr kommt vor allem Schmitt und Bodmer gelegen, die bekennende Langschläfer sind. "Wir liegen beide gerne mal länger im Bett", berichtete Bodmer. Im Wettkampf will sich das auch abseits der Schanzen gut harmonierende Duo dann ausgeschlafen zeigen. "Mein Anspruch ist es nicht mehr, nur dabei zu sein. Um ganz vorne reinzuspringen, muss ich meine Top-Leistung abrufen. Wenn ich konstant springe, kann es für die Top 15 oder sogar Top 10 reichen", meinte Bodmer. Um den ohnehin schon großen Druck auf Bodmer ein wenig herauszunehmen, hat der Bundestrainer dem 18-Jährigen einen Freifahrtschein für die Tournee ausgestellt. "Pascal würde ich einfach mal springen lassen, auch wenn er im Moment vom Potenzial her der stärkste Deutsche ist. Er ist ein ehrgeiziger junger Bursche, der hart an sich arbeitet und uns wirklich guttut. Ich würde mich riesig freuen, wenn er für ein Highlight sorgt und ihm auf die Schulter klopfen, wenn er mal daneben haut", so Schuster.