| 23:40 Uhr

Englischer Fußball
Sané mit City auf Meisterkurs

London. Erstmals stehen in der englischen Premier League zwei deutsche Trainer an der Seitenlinie. Und zahlreiche deutsche Profis Woche für Woche auf dem Platz. Einer steht vor dem großen Triumph, andere vor einer ungewissen Zukunft.

(dpa) So spektakulär das 2:2 im Londoner Derby zwischen dem FC Chelsea und dem FC Arsenal am Mittwochabend auch war – weder Antonio Rüdiger mit Chelsea noch die Weltmeister Mesut Özil und Shkodran Mustafi mit Arsenal haben noch realistische Chancen auf die englische Fußball-Meisterschaft. Leroy Sané steuert dagegen mit Manchester City dem Titel entgegen. So läuft es bisher in dieser Saison für die deutschen Spieler und Trainer in England:

Jürgen Klopp

Der Trainer des FC Liverpool äußerte vor kurzem die Hoffnung, noch auf Jahre die „perfekte Lösung“ für den Club zu sein, „sofern es Raum für Verbesserung gibt“. Sollte er mit Liverpool einen Titel holen, könne er sich allerdings vorstellen, aufzuhören. Bei derzeit 18 Punkten Rückstand auf die Spitze ist zumindest die Meisterschaft kein Thema. Marc Kosicke, Klopps Berater, dementierte auch Gerüchte über einen Wechsel zum FC Bayern München als Nachfolger von Jupp Heynckes: „Da ist nichts dran.“



Emre Can

Der 23-Jährige steht beim FC Liverpool regelmäßig in der Startelf. Can absolvierte in dieser Saison bereits 25 Pflichtspiele im zentralen Mittelfeld. Dabei trat er auch offensiv immer wieder positiv in Erscheinung, erzielte vier Tore selbst und bereitete drei weitere vor. Seine Zukunft bei den Reds ist dennoch offen. Cans Vertrag endet im Sommer. Klopp äußerte zuletzt, er wolle den Mittelfeldspieler „nicht unter Druck setzen“. In den vergangenen Tagen verdichteten sich die Anzeichen, dass ein Wechsel zum italienischen Serien-Meister Juventus Turin bevorstehen könnte.

Leroy Sané

Der Nationalspieler nimmt in seinem zweiten Jahr bei Manchester City Kurs auf die englische Meisterschaft. Nach einem Rüffel von Trainer Pep Guardiola zum Saisonstart traf Sané sechsmal für die Skyblues und gab sechs Vorlagen. Der Ex-Schalker hat als Stammspieler maßgeblichen Anteil am Erfolg des Spitzenreiters, der 15 Punkte Vorsprung hat. Das hat nun auch Auswirkungen auf seinen Marktwert: Statt bislang 45 Millionen Euro, ist der 21-Jährige jetzt satte 75 Millionen Euro wert.

Ilkay Gündogan

Nach langer Verletzungspause kam Gündogan in der Premier League am fünften Spieltag zu seinem ersten Einsatz. Insgesamt 15-mal stand er auf dem Platz, viermal davon in der Startelf. Beim 4:1 gegen Tottenham Hotspur im Dezember erzielte er sein erstes Saisontor.

Mesut Özil

Der Weltmeister erlebt erneut eine enttäuschende Saison mit Arsenal, das nur Sechster ist. Zu den Topscorern der Liga zählt Özil, dessen Vertrag im Sommer endet, trotz einiger starker Auftritte nicht. Coach Wenger hofft trotz stockender Vertragsgespräche, dass Özil bleibt.

Antonio Rüdiger

Nach eigener Aussage fühlt sich Rüdiger sehr wohl bei Chelsea. Der 24-Jährige, der im Sommer aus Rom zu Englands Meister wechselte, kommt in der Rotation von Trainer Antonio Conte immer häufiger zum Einsatz. Dabei erzielte der Verteidiger sogar schon zwei Tore.

David Wagner

Er führte Huddersfield Town sensationell zurück ins Oberhaus. Längst ist Wagner aus dem Schatten seines Kumpels Klopp getreten. Nun peilt der umworbene Coach mit den Terriers den Klassenverbleib an. Bei 24 Punkten und Tabellenplatz elf ist das realistisch.

Christopher Schindler

Der Aufstiegsheld, der Huddersfield im Playoff-Finale mit seinem Elfmeter in die Premier League schoss, ist auch in Liga eins eine der Säulen des Erfolgs. Er gehört zu den Publikumslieblingen. In 21 von 22 Spielen stand Schindler in der Startelf. Ohne seinen ersten Platzverweis im November wären es 22.

Und sonst

Shkodran Mustafis Leistungen in der Innenverteidigung schwanken ähnlich wie die seines Vereins FC Arsenal. Mannschaftskollege Per Mertesacker, der seine Profi-Karriere im kommenden Sommer beenden will, spielt nur noch selten. Er wird bereits in seine neue Aufgabe als Leiter des Arsenal-Nachwuchszentrums eingearbeitet, das er nach der Saison übernehmen soll. Beim FC Liverpool ist Torwart Loris Karius nur die Nummer zwei in der Liga, dafür aber in der Champions League gesetzt.

Huddersfields Michael Hefele spielte verletzungsbedingt in Liga eins bisher nur eine Minute gegen Newcastle und hofft auf ein Comeback im Januar. Besser läuft es für Chris Löwe, er kommt auf 15 Einsätze in der Startelf und drei Einwechslungen. Bei Aufsteiger Brighton & Hove Albion überzeugt Pascal Groß. Der Ex-Ingolstädter absolvierte bisher alle 22 Liga-Spiele und erzielte dabei schon vier Tore.